Adobe bestätigt Überwachung von E-Book-Lesern

9. Oktober 2014, 11:05
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E-Book-Software sammelt Daten wie Lesedauer und Standort, überträgt diese unverschlüsselt zu Adobe

Heftige Vorwürfe wurden vor kurzem gegen Software-Hersteller Adobe laut: Dessen "Digital Editions"-Programm solle zahlreiche Informationen über E-Book-Leser sammeln und an Adobe übermitteln. Jetzt hat Adobe die Vorwürfe bestätigt – und ist um Erklärungsversuche bemüht.

IP-Adresse für "Preismodelle"

So sollen die Maßnahmen primär lizenzrechtliche Gründe haben, wie Digital Book World berichtet. So muss bestätigt werden, dass der Nutzer über die korrekte Lizenz verfügt, sein aktuell geöffnetes Buch zu lesen. Auch die Übermittlung des Standorts durch Bestimmung der IP-Adresse und die Messung der Lesedauer seien unter dieser Perspektive zu sehen: Denn manche Anbieter, mit denen E-Books via Digital Editions gelesen werden können, rechneten etwa nach Leihdauer ab oder hätten unterschiedliche Preismodelle für unterschiedliche Regionen.

Kritik an fehlender Verschlüsselung

Adobes Erklärung würde allerdings nicht "alle Details der Überwachung erklären", analysiert Heise. So reagierte der Software-Hersteller etwa nicht auf die Vorwürfe, dass sein Programm auch die Festplatte und andere E-Book-Software untersuchen würde. Ebenso sei skandalös, dass Adobe die gesammelten Daten unverschlüsselt an seine Server übermittelt. Dass dies kritikwürdig sei, hat Adobe "anerkannt" und will jetzt nachbessern. (fsc, derStandard.at, 9.10.2014)

  • "Ja, wir sammeln diese Daten", gibt Adobe zu - die unverschlüsselte Weiterleitung sei allerdings ein Fehler.
    foto: apa/epa

    "Ja, wir sammeln diese Daten", gibt Adobe zu - die unverschlüsselte Weiterleitung sei allerdings ein Fehler.

  • Adobe erfährt etwa, wo sich Nutzer seiner Software aufhalten oder wie lange sie für ein Kapitel benötigen
    foto: epa

    Adobe erfährt etwa, wo sich Nutzer seiner Software aufhalten oder wie lange sie für ein Kapitel benötigen

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