Ebola-Patient in Texas gestorben

8. Oktober 2014, 17:41
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USA verschärfen Einreisekontrollen: Wollen Körpertemperatur bei Reisenden messen

Freetown/Conakry/Monrovia - Die erste Person, bei der in den USA Ebola diagnostiziert worden ist - Thomas Eric D. - ist am Mittwoch in Texas verstorben. Das teilte ein Sprecher des Krankenhauses in Dallas mit, wo der Patient in Behandlung war. Seit D. am 20. September aus dem westafrikanischen Land Liberia in Texas angekommen war, um seine Familie zu besuchen, wuchsen in den USA die Sorgen um einen Ausbruch der Krankheit.

Ein weiterer nach einer Ebola-Infektion aus Westafrika in die USA ausgeflogener Mann wird derzeit mit einem experimentellen Medikament behandelt. Der Kameramann des TV-Senders NBC bekomme das von der US-Firma Chimerix entwickelte Präparat "brincidofovir", das derzeit noch getestet werde, teilte die Spezialklinik in Omaha, wo der 33-Jährige am Montag eingetroffen war, am Dienstag mit. Dem Patienten sei weiterhin viel schlecht, er müsse sich übergeben und habe Durchfall. Sein Zustand sei aber stabil.

Temperaturmessen bei Einreise

Am Mittwoch berichtete der Fernsehsender CNN, dass die USA die Kontrollen für Passagiere, die aus Ebola-Gebieten in die Vereinigten Staaten kommen, verschärfen wollen. Bei Reisenden, die aus Liberia, Sierra Leone oder Guinea kämen, werde die Körpertemperatur mit einem Hand-Scanner gemessen, berichtete der Sender unter Berufung auf die US-Regierung.

Außerdem müssten die Reisenden spezielle Fragen beantworten. Die Maßnahmen sollen dem Bericht zufolge am Wochenende oder Anfang kommender Woche eingeführt werden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie auch auf Passagiere ausgeweitet werden, die aus anderen Ländern kommen, die mit Ebola in Berührung gekommen sind.

Die USA verstärken den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika mit der kurzfristigen Entsendung von hundert Marineinfanteristen. Die bisher in Spanien stationierten Soldaten werden nach Liberia verlegt, wie das Pentagon am Mittwoch mitteilte. Die Marineinfanteristen sollen am Donnerstag an ihrem neuen Einsatzort eintreffen.

Bisher waren rund 350 US-Soldaten in Westafrika stationiert, um bei der Eindämmung der Ebola-Epidemie zu helfen. In den kommenden Wochen soll die Truppenstärke auf bis zu 4.000 anwachsen. Die Einheiten sollen unter anderem Krankenhäuser aufbauen und die Versorgung mit Hilfsgütern sicherstellen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Westafrika bereits fast 3.900 Menschen an Ebola gestorben. Insgesamt infizierten sich mehr als 8.000 Patienten mit dem gefährlichen Virus, vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea. (APA/dpa/Reuters, 8.10.2014)

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