Leichtathlet des Jahres: Gatlin nominiert, also verzichtet Harting

8. Oktober 2014, 15:10
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Dreifacher Diskusweltmeister aus Deutschland will nicht gegen Dopingsünder antreten müssen

Monte Carlo - Diskuswerfer Robert Hartin verzichtet auf die Nominierung zum "Welt-Leichtathleten des Jahres" 2014. Der mehrfache Weltmeister, Olympiasieger und Europameister aus Deutschland will nicht gegen Justin Gatlin antreten müssen, der ebenfalls für den Preis nominiert wurde. US-Sprinter Gatlin wurde in seiner Karriere bereits zweimal des Dopings überführt. Zuletzt wurde seine lebenslange Sperre als Wiederholungstäter auf acht und dann sogar auf vier Jahre (von 2006 bis 2010) reduziert.

Der Weltverband IAAF will Harting ins Boot zurückholen und dazu bewegen, doch noch für die Wahl zum "Welt-Leichtathleten des Jahres" 2014 zu kandidieren. "Die IAAF hat Robert Hartings Managerin gebeten, Robert darüber zu informieren, dass wir ihn gern weiter auf der Liste behalten möchten", teilte Sprecher Nick Davies am Mittwoch mit.

"Er ist ein würdiger Champion", betonte Davies. Bisher habe der 29-jährige Deutsche dem Weltverband noch nicht geantwortet, der dpa sagte Harting aber am gleichen Tag: "Ich bin gerne bereit, mich der Wahl wieder zu stellen. Aber wirklich nur dann, wenn Athleten, die sich unrühmlich benommen haben, von der diesjährigen Liste gestrichen werden und in der Zukunft ein generelles Nominierungsverbot für sie gilt."

Regeländerung nötig

Genau das geben die IAAF-Regeln (noch) nicht her - der Weltverband kann derzeit keinen früheren Dopingsünder wie den US-Amerikaner Justin Gatlin von der Wahl ausschließen. Wie dpa aus Insiderkreisen der IAAF erfuhr, soll diese "Gesetzeslücke" aber schnellstmöglich geschlossen werden. Die Athletenkommission wolle dem IAAF-Council einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Die modifizierte Regel, keine dopingbelasteten Sportler auf die Shortlist zu setzen, könnte bei der Athletenwahl im WM-Jahr 2015 erstmals zur Anwendung kommen.

Mit Blick auf Gatlin schlug sich auch IAAF-Vizepräsident Sebastian Coe auf Hartings Seite. Er habe mit der Nominierung des 32-jährigen US-Amerikaners auf der Shortlist "große Probleme", sagte der zweimalige Olympiasieger laut BBC-Bericht. "Er darf an Wettkämpfen teilnehmen - mehr würde ich dazu nicht sagen. Aber ich empfinde das nicht als angenehm", meinte der 58-Jährige. "Ich glaube, Sie wären überrascht, wenn ich sagen würde, dass ich froh darüber bin." (red/APA, 8.10.2014)

  • Robert Harting lässt sich nicht neben Dopingsündern nominieren.
    foto: ap/sohn

    Robert Harting lässt sich nicht neben Dopingsündern nominieren.

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