Starke Vorstellung Thiems gegen Djokovic

8. Oktober 2014, 14:13
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Niederösterreicher unterlag dem Weltranglistenersten in der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers in Schanghai

Schanghai - Dominic Thiem konnte im ersten Duell mit Novak Djokovic keine Sensation verbuchen. Der 21-jährige Niederösterreicher unterlag am Mittwoch in der zweiten Runde des Masters-1000-Tennisturniers in Schanghai dem Weltranglistenersten trotz starker Leistung mit 3:6, 4:6. Thiem forderte den Titelverteidiger, dieser zog nach 1:28 Stunden letztlich aber doch sicher ins Achtelfinale ein.

Djokovic kam als Turniersieger von Peking und nach einer überaus starken Finalvorstellung zu dem 4,194-Millionen-Dollar-Turnier, das er in den vergangenen zwei Jahren gewonnen hatte. Der Topfavorit aus Serbien sah sich aber einem Herausforderer (ATP-Nummer 39) gegenüber, der mit risikoreichem Spiel immer wieder punktete.

Starke Schläge und zu viele Fehler

Thiem, der seine erste volle Saison auf der ATP-Tour bestreitet, hielt mit dem Superstar auch bei dessen Aufschlag über weite Strecken mit und erhielt für seine Winner wiederholt Szenenapplaus. 13:7 lag Österreichs Nummer eins bei den direkt gewonnenen Punkten im ersten Satz voran, beging aber auch 15 unerzwungene Fehler. Sein Gegner hingegen nur drei - die Beständigkeit auf höchstem Niveau entschied schließlich für Djokovic, der seinen vierten Breakball zum 5:3 verwertete.

Danach lief Djokovic zur Bestform auf, nahm dem Lichtenwörther zum 1:0 gleich wieder den Aufschlag ab. Doch Thiem gab nicht auf und kämpfte sich ins Spiel zurück. Er wehrte zwei Breakbälle zum drohenden 0:3 ab und brachte seine weiteren Servicespiele allesamt durch. Den Aufschlag des Gewinners von 46 Turnieren vermochte er aber trotz einer Chance bei 2:3 auch im zweiten Satz nicht zu durchbrechen.

Djokovic ließ nur insgesamt zwei Breakbälle zu und spielte das Match abgeklärt nach Hause. Nur acht unerzwungene Fehler gegenüber 26 von Thiem, der volles Risiko (26 direkte Punkte, Djokovic 17) nehmen musste, gaben den Ausschlag.

"Der Weg ist noch weit"

Thiem sprach von einem "Mega-Erlebnis". Von Djokovic könne man als junger Spieler extrem viel lernen. "So viele erste Aufschläge, von hinten so ein hohes Tempo und keine Fehler. Ich habe gesehen, dass der Weg an die Spitze noch weit ist. Aber ich bin näher dran gewesen als gegen Nadal in Paris (2:6,2:6,3:6 in 2. Runde, Anm.). Die Richtung stimmt also", bemerkte Thiem auf Facebook.

Ein kleiner Wermutstropfen war für ihn die nicht genutzte Chance beim zweiten Breakball. "Den muss ich eigentlich machen. Da war der Respekt zu groß."

"Er hat stark aufgeschlagen, stark gespielt. Er steht definitiv da oben als einer der talentiertesten Spieler, einige seiner Schläge waren unglaublich", betonte Djokovic und sprach vor allem den Rückhand-Longline seines Gegners an.

Rafael Nadal ist als Nummer zwei am Mittwoch ausgeschieden. Nach seinem Viertelfinal-Aus in Peking gegen Martin Klizan unterlag der Spanier in Shanghai seinem Landsmann Feliciano Lopez, einem weiteren Teilnehmer am Wiener Stadthallen-Turnier, mit 3:6,6:7(6). Nadal laborierte in Shanghai allerdings an einer Blinddarmentzündung und musste Antibiotika nehmen.

Von China nach Wien

Thiem, der heuer in Kitzbühel sein erstes ATP-Finale erreicht hatte, kann das Heimturnier nächste Woche in Wien dank seiner starken Vorstellung in China jedenfalls mit viel Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Die zweite Runde brachte 45 Punkte für die Weltrangliste, mit den gewonnenen 27.435 Dollar schraubte er sein Brutto-Saisonpreisgeld auf mehr als 670.000 Dollar (rund 530.000 Euro). (APA, 8.10.2014)

  • Immer wieder von Dominic Thiem schwer gefordert: Novak Djokovic.
    foto: . reuters/aly song

    Immer wieder von Dominic Thiem schwer gefordert: Novak Djokovic.

  • Österreichs Nummer eins bewies Mut zum Risiko.
    foto: reuters/aly song

    Österreichs Nummer eins bewies Mut zum Risiko.

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