Nordkorea bestätigt Existenz von Arbeitslagern

8. Oktober 2014, 11:43
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Diplomat: "Bestrafungszentren, wo Menschen ihren Charakter verbessern"

New York - Bei einem Termin mit Journalisten hat ein offizieller Vertreter des nordkoreanischen Regimes erstmals vor internationalem Publikum zugegeben, dass es in dem Land Arbeitslager gibt. Choe Myong-nam aus dem nordkoreanischen Außenministerium bestritt zwar, dass es Gefangenenlager gibt. Er bestätigte jedoch die Existenz der "Reform durch Arbeit"-Lager, die er als "Bestrafungszentren, wo Menschen ihren Charakter verbessern und sich mit ihren Fehlern auseinandersetzen", beschrieb.

Positives Zeichen

Das offene Eingeständnis passierte, nachdem im Februar ein sehr kritischer UN-Menschenrechtsbericht zu den Arbeitslagern veröffentlicht wurde. Von Menschenrechtsexperten wird es als positives Zeichen gewertet: Nordkorea habe eingesehen, dass die Kritik an seinem Umgang mit Menschenrechten nicht verstummen werde. In einer ersten Reaktion hatte Nordkorea noch mit einem eigenen Menschenrechtsbericht gekontert, in dem die Situation geschönt dargestellt wurde.

Dialog "ohne Einmischung" möglich

Die nordkoreanischen Vertreter sagten, dass sie an einem Dialog über Menschenrechte Interesse hätte, solange er nicht als "Mittel zur Einmischung" missbraucht werde. Einen Besuch bei der Europäischen Union zu einem möglichen Dialog habe es schon gegeben. Fragen nach der Gesundheit von Kim Jong-un beantworteten die offiziellen Vertreter Pjöngjangs unterdessen nicht. Er wurde seit dem 3. September nicht mehr gesehen. (tee, derStandard.at, 8.10.2014)

  • Nordkoreanische Flüchtlinge demonstrieren in Seoul gegen die Menschenrechtslage.
    foto: ap/young-joon

    Nordkoreanische Flüchtlinge demonstrieren in Seoul gegen die Menschenrechtslage.

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