"Endgame": Neues Spieleuniversum der "Ingress"-Macher läutet Weltuntergang ein

8. Oktober 2014, 10:42
16 Postings

Niantic vermischt Krypto-Rätsel, Online-Schnitzeljagden und Augmented-Reality in crossmedialem Games-Projekt

Lange hüllte sich das Google-Startup Niantic Labs, Macher des Augmented-Reality-Games "Ingress", in Schweigen zu seinem zweiten Projekt namens "Endgame". Nur wenig sickerte in den vergangenen Monaten durch. Nun wurde das Projekt offiziell vorgestellt.

Zwölf Protagonisten

Alles beginnt mit dem ersten von insgesamt drei Büchern des Autors James Frey, deren erstes Werk den Untertitel "The Calling" trägt und seit 7. Oktober erhältlich ist. Die Handlung dreht sich um zwölf junge Auserwählte aus verschiedenen Gegenden der Welt, deren Familien sich seit unzähligen Generationen im Geheimen auf das "Endspiel" vorbereiten. Initiiert wurde dieses von jenen unbekannten Wesen, die einst die Menschheit geschaffen und ihre Ordnung definiert gebracht haben.

Das Dutzend tritt in einem Wettbewerb gegeneinander an, aus dem nur eine Person als Sieger hervor gehen kann und den Rest wohl der Tod erwartet. Auf dem Spiel steht nichts Geringeres als das Schicksal der Welt.

endgame

Crossmediales Spieleuniversum

Das Buch, in dem Krypto-Rätsel versteckt sind, deren Lösung zum Auffinden von einem mehrerer Schlüssel dient, ist dabei nur der Anfang. Zwei weitere Bücher sollen folgen, daneben folgen Kurzgeschichten, Filme und auch ein mobiles Augmented-Reality-Spiel, wie The Verge berichtet.

In diesem sollen die Spieler als Teil einer der die Helden reflektierenden zwölf "Fraktionen" ihre ganz eigene Apokalypse spielen. Über dessen Umsetzung ist noch nicht all zu viel bekannt, doch wie auch in "Ingress" werden die Spieler sich durch die echte Welt bewegen und bestimmte Orte aufsuchen müssen. Im Gegensatz zu Niantics Erstlingsprojekt soll allerdings direkte Interaktion und Kampf mit anderen Teilnehmern möglich sein.

deathknote

Stella

Das Handygame wird allerdings erst später verfügbar werden. Zuvor läuft das Spiel über andere Kanäle. Als ein wichtiger Hub soll künftig die Website dienen. In die Welt eingeführt werden die Teilnehmer von einem Charakter namens "Stella", die in Videos auftauchen und auch an Hangouts und Live-Veranstaltungen teilnehmen wird.

Ihre Rolle übernimmt die Darstellerin Haley Webb ("The Final Destination"). Sie soll ab nächster Woche für längere Zeit in ihrer Rolle leben und darin auch mit anderen Menschen spontan interagieren. Den Startpunkt für die künftige "Endgame"-Spielerschaft markiert die Seite Ancient Societies, auf der mehr zu "Stella", der Hintergrundgeschichte und den zwölf Hauptfiguren zu erfahren ist.

ancient societies

Preise

Die Entwicklung des virtuellen Geschehens soll in weiteren literarischen und filmischen Umsetzungen berücksichtigt werden. Erfolgreichen Spielern winken Preise, ausgelobt wird derzeit ein in kugelsicherem Glas eingefasster Stapel Gold.

"Endgame" steht kurz vor Start der geschlossenen Betaphase. Von Niantic wurden sowohl beim Launchevent in New York, als auch bei kurzfristig angesetzten Terminen an anderen Orten entsprechende Einladungen verteilt.

"Fundamentale" Verknüpfung

Für die Umsetzung der apokalyptischen Geschichte als cross-mediales Spiel ist bei Niantic Jim Stewartson verantwortlich. Dass zu Büchern oder Filmen interaktive Webauftritte oder Apps erscheinen, sei im Prinzip nichts neues. Doch während diese üblicherweise kaum mehr als sekundäre Anhängsel darstellen, sollen die verschiedenen Kanäle und Medien auf eine "fundamentale Art" verknüpft werden. Niemand wird sich aber über jeden Kanal ins Geschehen stürzen müssen.

foto: niantic

Hohe Erwartungen

Nach Ansicht von "Ingress"-Schöpfer John Hanke, sind die Spieler bereit für Unterhaltungsformen dieser Art. Er rechnet damit, dass "Endgame" ein großes Publikum versammeln wird.

"Ingress", das Spiel in dem zwei Fraktionen gegeneinander um die Herrschaft über Portale und die fremdartige "Exotic Matter" kämpfen, hat diesbezüglich vorgelegt. Als Wettbewerb organisierte Events, sogenannte "Anomalien" locken mittlerweile über 2.000 Spieler aus unterschiedlichen Ländern an ihren Austragungsort. (Georg Pichler, derStandard.at, 08.10.2014)

Share if you care.