Wüstenstrom: Desertec droht das Aus

8. Oktober 2014, 06:19
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Die Initiative plante den Bau hunderter Öko-Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten

Berlin - Es galt als das ehrgeizigste Erneuerbare-Energien-Projekte weltweit, nun steht die Wüstenstrominitiative Desertec offenbar vor dem Scheitern. Bis 2050 sollte sie den Weg für den Bau hunderter Öko-Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten ebnen, die zusammen den Strombedarf der Region zu großen Teilen decken könnten - und dazu noch rund 15 Prozent des europäischen Verbrauchs. Laut "Süddeutscher Zeitung" droht das Aus vor allem deswegen, weil sich die beteiligten Firmen nicht auf ein Zukunftskonzept einigen können. Neben einem kompletten Aus für das Projekt steht demnach auch eine Fortführung in kleinerer Form zur Diskussion.

Der Zusammenschluss von 35 internationalen Konzernen kann sich nach Angaben aus Gesellschafterkreisen nicht auf eine Fortführung in bisheriger Form einigen, so die "SZ". Ende des Jahres laufen die Verträge mit den Gesellschaftern aus. Das Überleben sichern könnte nur eine rasche verbindliche Zusage für einen neuen Etat von rund zwei Millionen Euro, doch die sei nicht in Sicht.

Konferenz in Rom

Bei einem Treffen in Rom am Montag am Rande der Desertec-Jahreskonferenz wollen die Gesellschafter, zu denen aus Deutschland RWE, MunichRe, ABB und die Deutsche Bank gehören, dem Blatt zufolge über die Zukunft der Initiative beraten. Die Gesellschaft selbst äußerte sich der Zeitung zufolge nicht zu ihrer Zukunft. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte ein DII-Sprecher demnach. Sie werde am Montag von den Gesellschaftern getroffen.

Der Initiative sind schon mehrere große Projektpartner abhandengekommen. Neben dem Baudienstleister Bilfinger haben sich bereits E.on, Siemens und Bosch zurückgezogen. (APA, 8.10.2014)

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