Beamtenwahl bringt noch mehr Streit ins Heer

7. Oktober 2014, 18:05
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Freiheitliche stilisieren sich als eigentliche Gewerkschaft, innerhalb der etablierten Gremien sind sie aber ohne entsprechende Bedeutung

Wien - Umstrukturierungen sind in jedem Betrieb eine Herausforderung für Gewerkschaft und Betriebsrat, die die Arbeitnehmer vor übertriebenen Belastungen schützen müssen - ist aber der öffentliche Dienst betroffen, kommen die besonderen Feinheiten des Dienstrechts und die mangelnde Solidarität von Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft dazu.

Und, im Fall des mit Sparplänen konfrontierten Bundesheeres: Die Kürzungsvorhaben von Minister Gerald Klug (selbst Gewerkschafter) wurden rund zwei Monate vor der im gesamten öffentlichen Dienst anstehenden Personalvertretungswahl bekanntgegeben.

Schwarze Mehrheit

Am 26. und 27. November wählen alle 230.000 Vertragsbediensteten und Beamten des Bundes (darunter alle Berufssoldaten und Zivilbediensteten des Verteidigungs- und Sportressorts) sowie die Landeslehrer ihre insgesamt 1200 Dienststellenausschüsse, 50 Zentralausschüsse und letztlich die Organe der Gewerkschaft GÖD. Derzeit haben im gesamten öffentlichen Dienst die Christgewerkschafter mit Fritz Neugebauer an der Spitze die Mehrheit.

Im Bundesheer hat ebenfalls die Fraktion Christlicher Gewerkschafter eine satte Mehrheit - umso mehr bemühen sich die anderen Fraktionen um Aufmerksamkeit: Jede politische Richtung trachtet danach, als besonders aktiv bei der Abfederung der Auswirkungen des Sparpakets wahrgenommen zu werden. Und allenfalls andere anzupatzen.

Aus dem FPÖ-Parlamentsklub

Als besonders aktiver Streiter tut sich eine "Bundesheergewerkschaft" hervor, ein privater Verein, der in der Gewerkschaft nicht vertreten ist, aber umso forscher auftritt: Als Teil der von der FPÖ ins Leben gerufenen "Freien Gewerkschaft Österreichs (FGÖ)" sitzt die Bundesheergewerkschaft mit ihrem Präsidenten, Amtsdirektor Manfred Haidinger, in der Wiener Florianigasse und kommuniziert bevorzugt über den Freiheitlichen Parlamentsklub. Entgegen ihrem pompösen Anspruch, die eigentliche Bundesheergewerkschaft zu sein, kam die FP-Fraktion (AUF-AUH) bei Personalvertretungswahlen im Heer bisher nur auf 18,8 Prozent, die FCG aber auf 53 und die Sozialdemokraten auf 26,8. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 8.10.2014)

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