Westen will Änderung für Schulversuche

7. Oktober 2014, 17:27
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Eine Abschaffung der nötigen Zweidrittelmehrheit von Eltern, Schülern und Lehrern könnte die Modellregionen im Westen erleichtern

Bregenz - Bildung ist eines der Projekte, die Volkspartei und Grüne in Vorarlberg gemeinsam angehen möchten. Fünf Seiten des 75-seitigen Arbeitsprogramms "Vorarlberg gemeinsam gestalten" sind der Bildung gewidmet.

Im Jahr 2015, wenn das Ergebnis des Vorarlberger Forschungsprojekts "Schule der Zehn- bis 14-Jährigen" vorliegt, will die Landesregierung dem Bund einen Vorschlag zu einem regionalen Schulversuch unterbreiten. Begründung: Eine spätere Bildungsweg-Entscheidung wäre für die Kinder von Vorteil und würde die Volksschulen entlasten.

Schulversuch in Tirol an Hürde gescheitert

Dazu wünschen sich Vorarlberg und auch Tirol eine Abschaffung der bisherigen Hürden für Schulversuche für diese speziellen Modellregionen. Üblicherweise müssen an Pflichtschulen zwei Drittel der Eltern und zwei Drittel der Lehrer einem Schulversuch zustimmen, an höheren Schulen dürfen auch die Schüler mitstimmen.

In Tirol ist ein Schulversuch zur Gesamtschule in Innsbruck an dieser Hürde gescheitert: Die schwarz-grüne Landesregierung konnte kein Gymnasium überzeugen mitzumachen. Deshalb gibt es aktuell nur im Zillertal eine Modellregion. Das war allerdings nur möglich, weil es dort kein Gymnasium gibt.

Hoffnung auf Mitterlehner

Eine Änderung des Schulorganisationsgesetzes könnte die Umsetzung der Modellregionen im Westen erleichtern. Bisher scheiterte das vor allem an der ÖVP unter Michael Spindelegger, der die Gesamtschule vehement ablehnte. Vom neuen ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner erwartet sich der Westen mehr Bewegung. Der wollte eine Auswirkung der Modellregionen auf die Bundespartei nicht ausschließen. Er kündigte an, das Thema in der Bildungsreformgruppe diskutieren zu wollen, um eine "konsensuale Lösung" zu finden. (jub, koli, DER STANDARD, 8.10.2014)

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