"Sanieren": Pflicht und Kür an der Akademie

7. Oktober 2014, 17:35
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Plan für Sanierung des Haupthauses am Schillerplatz sieht auch Bau eines Depots und eines Studiensaals für das Kupferstichkabinett vor

Wien - "Die Sanierung wird es ohne Saal und Depot nicht geben." Sehr entschieden verdeutlichte Eva Blimlinger, Direktorin der Akademie der bildenden Künste, bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag ihre Prioritäten und Bedingungen. Der Plan für die dringend notwendige Sanierung des denkmalgeschützten, von Theophil Hansen geplanten und 1877 fertiggestellten Haupthauses am Schillerplatz sieht auch den Bau eines Depots und eines Studiensaals für das Kupferstichkabinett vor. Derzeit sind die Bestände dieser bedeutenden österreichischen Grafiksammlung in andere Depots ausgelagert.

Die dafür kalkulierten 30-35 Millionen Euro (aus Rücklagen des Finanzministeriums) sind jedoch noch nicht freigegeben. An der Akademie geht man von einer Entscheidung im Herbst aus; die Sanierung und die Übersiedlung ins Ausweichquartier - die alte Wirtschaftsuniversität - könnten dann frühestens 2016 starten. Die Werke der Gemäldegalerie werden allerdings zwischenzeitlich in Albertina, Kunsthistorischem Museum und Belvedere Unterschlupf finden. Das Jahresthema "Sanieren" bestimmt auch die Austellung Was bleibt (bis 9. 11.) im Xhibit, die sich der Atmosphäre im historischen Akademiegebäude ebenso widmet wie dem Restaurieren von Gegenwartskunst. Präsentiert werden aktuell auch Abschlussarbeiten des ersten Doktoratsstudienjahrgangs (bis 17. 10.).

Sah es 2011 noch so aus, als müssten Personaleinsparungen vorgenommen werden, schätzt man sich nun glücklich, dank Umstrukturierungen sogar aufstocken zu können. Neben 289 frischgebackenen Studierenden bringt das Studienjahr auch neue Professuren: Kirsi Mikkola (Gegenständliche Malerei), Elke Krasny (Kunst und Kommunikation), Hannes Mayer (Roland-Rainer-Professur) und Suzana Milevska (Zentral- und Südosteuropäische Kunstgeschichte). (kafe, DER STANDARD, 8.10.2014)

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