Laufhaus-Therapie

Einserkastl7. Oktober 2014, 17:12
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Mit einem "Massagestudio" will sich die Betreiberin um die "wirtschaftlichen Eliten Österreichs" kümmern

In Wien-Margareten wehren sich Hauseigner gegen die Etablierung eines "Massagestudios" mit "psychosozialen und osteopathischen Hilfestellungen durch Damen". Das ist egoistisch, denn die Verhinderung hätte böse Folgen, argumentiert die Laufhaus-Betreiberin in einem Umbau-Antrag.

Die Arbeit der von ihr Beschäftigten falle zwar unters Prostitutionsgesetz ("Es kann zu Zärtlichkeiten und intensivem körperlichen Kontakt kommen"), ist aber Eliten-Therapie. "Der Schwerpunkt der Tätigkeit ... besteht darin, gut verdienenden, aber stark überarbeiteten Männern in gehobener Position, die oft sexuell sehr frustriert sind, Entspannung und seelisches Wohlbefinden zuteilwerden zu lassen". Man wende "Erkenntnisse der Sexualtherapie und -wissenschaft" an.

Faktum sei doch, "dass immer mehr schwer arbeitende Männer ... infolge des massiven Arbeitsdrucks und der großen Verantwortung, die gerade Führungskräfte, aber auch viele ledige Freiberufler ... treffen, unter intimer Kontaktverarmung leiden". Es komme "zu Depressionen, die im Burnout und Suizid enden können".

Einem so traurigen Ende der "wirtschaftlichen Eliten Österreichs" will die Antragstellerin begegnen, mit ihrer "Geschäftsnische" für die "sexuelle Gesundheit der intellektuellen und beruflichen Oberschicht". Endlich hilft ihnen jemand.

Fortsetzung droht, über die "positiven Synergie-Effekte für die Wohnbevölkerung". (Renate Graber, DER STANDARD, 8.10.2014)

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