FBI-Chef sorgt mit absurden Aussagen über das Internet für Häme

7. Oktober 2014, 15:25
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Das Netz sei der "gefährlichste Parkplatz, den man sich vorstellen kann" und chinesische Hacker "betrunkene Einbrecher"

Eigentlich wollte sich der neue FBI-Direktor James Comey bei seinem ersten TV-Interview kompetent und überzeugend präsentieren. Das gelang dem seit Juli 2013 amtierenden FBI-Chef in der Sendung 60 Minutes anfangs auch, als es um die Terrormiliz IS und Bedrohungen im US-Inland ging. Beim Thema Internet, Cyberspionage und Kriminalität geriet Comey allerdings ins Straucheln – aufgrund einiger abstruser Metaphern, die nicht so recht überzeugen.

Verunglückte Parkplatz-Metapher

So nannte Comey das Internet den "gefährlichsten Parkplatz der Welt", von dem aber niemand Bescheid wisse. Was Comey meinte: Wenn Menschen spätnachts große Parkplätze aufsuchen, sind sie vorsichtig, da sie Angst haben, überfallen zu werden. Im Internet müsse man dieselbe Herangehensweise wählen, versucht der FBI-Direktor zu übermitteln. Das tue aber niemand, daher sei es "der gefährlichste Parkplatz der Welt".

"Betrunkene Einbrecher"

Interessant ist auch Comeys Einordnung von chinesischen Hackern: Diese verhalten sich wie "betrunkene Einbrecher". Sie würden die Haustür eintreten, "über eine Vase stolpern und den Fernseher stehlen". Chinesische Cyberkriminelle seien, so Comey "überall, extrem zahlreich und nicht aufzuhalten." Zur großen Überraschung von Politanalytikern begann der FBI-Chef dann, seine eigene Regierung scharf zu kritisieren. Diese sei - trotz NSA - unzureichend gegen Cyberangriffe vorbereitet, berichtet er aus seinen Erfahrungen als Stellvertretendem Attorney General.

US-Regierung wie "Vierjähriger, der Ball nachjagt"

2005 habe sich die US-Regierung gegenüber Cyberattacken wie ein "trampelnder Vierjähriger, der einem Ball nachjagt" verhalten. Mittlerweile sei man vielleicht "so gut wie ein High-School-Fußballteam", die Kriminellen seien aber "WM-Niveau." Schließlich verglich Comey die Hacker noch mit einer "bösen Torte, die viele Schichten aufweise". Es gebe nationale Akteure, gefolgt von Terroristen, Syndikaten bis hin zu Hacktivisten, Pädophilen und Kriminellen. Gegen sie alle müsse das FBI antreten.

Bonnie und Clyde im Pyjama

Den Gesprächsblock beendete Comey mit einem laut Mashable "extrem veralteten Klischee". So bezeichnete er Hacker als "Leute, die im Pyjama im Keller sitzen", und fügte selbst erstaunt hinzu: "Bonnie und Clyde hätten binnen eines Tages wohl keine tausend Bankräube im Pyjama ausführen können." (fsc, derStandard.at, 7.10.2014)

  • Der seit 2013 neu amtierende FBI-Direktor ist kein Freund von Metaphern
    foto: reuters/downing

    Der seit 2013 neu amtierende FBI-Direktor ist kein Freund von Metaphern

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