Forschung kämpft mit gewaltigem Datenberg in wachsender Zahl von Dateiformaten

11. Oktober 2014, 17:32
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Für Auswertung von Forschungsergebnissen völlig neues Big-Data-Konzept erforderlich

Karlsruhe - Die moderne Forschung bringt einen gewaltigen, rasch wachsenden Datenberg in zahllosen unterschiedlichen Dateiformaten hervor. Die Entwicklung stellt die Wissenschaft vor große Probleme bei der Analyse und Speicherung von Forschungsergebnissen. "Jeden Tag kommen neue Dateiformate heraus", sagte der NASA-Softwareexperte Chris Mattmann am Dienstag in Karlsruhe zum Auftakt einer Tagung über "Big Data" in der Wissenschaft. Im Internet seien mehr als 18.000 unterschiedliche Dateiformate verbreitet.

"Wir brauchen intelligentere Technologien, um sinnvoll mit dieser Vielfalt von Dateiformaten umzugehen", sagte Mattmann vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena im US-Staat Kalifornien. Die meisten Datenmengen fallen zurzeit bei der Erkundung des Weltraums, in der Klima- und Energieforschung sowie in der Medizin an. Damit stehen Wissenschafter vor der Herausforderung, sinnvoll mit diesen ständig wachsenden Datenbergen umzugehen.

Neue Big-Data-Konzepte notwendig

Das derzeit entwickelte Radioteleskop Square Kilometre Array werde pro Sekunde 700 Terabyte an Daten erzeugen, sagte Mattmann. Für deren Auswertung sei ein völlig neues Big-Data-Konzept erforderlich, das von der Hardware über die Echtzeit-Analyse bis zur effizienten Speichersystemen reiche. Die Software dafür müsse nach dem Open-Source-Prinzip für alle Wissenschafter frei verfügbar sein.

Veranstalter der Tagung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist das LSDMA-Projekt (Large-Scale Data Management and Analysis) der Helmholtz-Gesellschaft. In diesem Vorhaben verfolgen die Universitäten Hamburg, Ul, Heidelberg, Berlin, Dresden und Frankfurt zusammen mit dem KIT und drei weiteren Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft das Ziel, den Umgang mit großen Datenmengen in der Wissenschaft zu verbessern. (APA/red, derStandard.at, 11.10.2014)

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