Stadt Wien stockt PR-Budgets weiter auf

6. Oktober 2014, 18:11
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Presse- und Informationsdienst (PID) benötigt für Kommunikationsmaßnahmen rund um die Homepage "Wien will's wissen" zwei Millionen Euro - Ausschuss beschließt am Mittwoch

Wien - Bei den Kommunikations- und Informationsabteilungen der Stadt Wien wird derzeit ordentlich geprasst. Erst Anfang September wurde das Budget der Stadt Wien Marketing GmbH von bisher vier Millionen Euro für 2015 auf 6,37 Millionen Euro erhöht. Das ist im Jahr des Song Contest eine Erhöhung um 60 Prozent. Ab 2016 stehen 5,37 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Am Mittwoch werden im Ausschuss für Bildung, Jugend, Information und Sport weitere PR-Gelder auf Antrag des Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien (PID) genehmigt, wie DER STANDARD in Erfahrung bringen konnte: Durchgewunken werden Kommunikationsmaßnahmen rund um die Online-Plattform "Wien will's wissen" mit Gesamtkosten in der Höhe von 1,95 Millionen Euro (mit Umsatzsteuer 2,34 Millionen Euro). 150.000 Euro sind laut Antrag in Mehreinnahmen von "laufenden Transferzahlungen von der Europäischen Union" gedeckt, dazu kommen "Verstärkungsmittel" in der Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Herz für Wien

Auf wienwillswissen.at können Bürgerinnen und Bürger ähnlich einem Online-Forum Sätze formulieren, warum ihr Herz für Wien schlägt. Einige Gründe werden auf der Homepage schon vorgeschlagen, etwa der "Gratis-Kindergarten, weitläufige Grünflächen oder die öffentlichen Verkehrsmittel". Dazu gibt es ein Online-Gewinnspiel mit einem weißen "Wien liebt mich" T-Shirt. Wer sich dieses T-Shirt mit einem Foto quasi digital anzieht und das auf Social-Media-Kanälen wie Facebook teilt, kann ein echtes T-Shirt gewinnen. Die Wiener FP wettert gegen einen "relativ seichten Wahlkampf auf Kosten der Steuerzahler".

Das Budget des PID beträgt für 2014 genau 50,779 Millionen Euro. Die im Antrag genannten "Verstärkungsmittel" von 1,8 Millionen Euro sind nicht in diesem Betrag inkludiert, sondern zusätzliche Mittel. Laut Martin Posch vom PID komme dafür das Finanzressort auf. (David Krutzler, DER STANDARD, 7.10.2014)

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