Heer funktioniert nur noch mit Privatgerät

6. Oktober 2014, 18:04
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Hohe Personalkosten, weil beamtete Soldaten für 240.000-Mann-Heer noch im Stand

Graz/Wien - Es gab Zeiten, da hat das Bundesheer seinen Milizsoldaten verboten, private Laptops bei Übungen und deren Planung einzusetzen. Sicherheitsbedenken wurden vorgeschoben. Aber die gelten längst nicht mehr. "Wir nehmen oft Privatgerät mit für die Ausbildung, wir leben vom hohen Engagement unserer Leute, sonst wären wir schon ganz woanders mit dem Heer", sagte am Montag Vizeleutnant Josef Mally im Militärkommando Steiermark.

Sein Vorgesetzter, Militärkommandant Brigadier Heinz Zöllner, geht davon aus, dass das Heer trotz Sparprogramm mehr Geld brauchen wird: "Wenn nicht das geforderte Sonderinvestitionsprogramm kommt, dann wird man das Strukturpaket ganz neu ausplanen müssen", befürchtete Zöllner. Neben den schon bekannten Maßnahmen müsse endlich ein neues und attraktiveres Dienstrecht kommen. "In der Struktur der Ausbildung werden bis zu 300 Arbeitsplätze gestrafft, ohne diese Maßnahmen kann die Handlungsfähigkeit nicht mehr sichergestellt werden", sagte der Brigadier.

Der burgenländische Militärkommandant Johann Luif erläuterte am Montag, warum das Bundesheer so sparen muss: "Unser Personal ist einfach zu alt und falsch strukturiert."

Der Grund dafür sei auf die 1970er- und 1980er-Jahre, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, zurückzuführen: "Mein Jahrgang an der Militärakademie hatte 120 Offiziere. Diese Offiziere kommen jetzt in ein entsprechendes Alter. Und wir wissen, dass wir diese Offiziere und Unteroffiziere mit höheren Dienstgraden nicht mehr brauchen, weil das, was es damals zu verwalten gab - nämlich 240.000 Milizsoldaten - das hat das Bundesheer abgebaut, wir haben Personal am falschen Platz." (cs, APA)

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