"Kleidung für Kobanê": Ein Social-Media-Hilfsprojekt

6. Oktober 2014, 18:20
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Zwei Studentinnen wollen Flüchtlingen in Syrien helfen

Wien - Zwei Privatpersonen, einen Twitter-Account und eine Wohnung: Mehr brauchte es zum Start des Projekts "Kleidung für Kobanê" nicht. Sieben Tage ist es her, dass die 21-jährige Studentin Julia Rainer begann, Freunde und Verwandte nach warmer Kleidung für die Flüchtlinge in Syrien zu fragen. Sie hatte von Bekannten aus der kurdischen Community erfahren, dass privat organisierte Lieferungen zu den Flüchtlingscamps an der türkischen Grenze gebracht werden sollen.

Gemeinsam mit Sara Hassan (22) stellte sie die Aktion über Twitter, dann Facebook auf die Beine. Schnell stapelten sich sie die Kleidersäcke in Julias Wohnung - rund 70 wurden bereits gespendet, und es werden mehr: Bei einer Aktion auf dem Parkplatz des Justizministeriums nahmen die Studentinnen am Montag sechs Stunden lang Kleiderspenden entgegen. Weitere solche Sammelaktionen sollen folgen, die ersten Lkws diese Woche aufbrechen: Dazu seien sie nicht nur mit Privatpersonen, sondern auch mit Volkshilfe und Caritas in Kontakt.

Betroffen, aber ohnmächtig

Alles sei noch "Stegreif und Improvisation", sagen die - angesichts der zahlreichen positiven Rückmeldungen - überwältigten Initiatorinnen. "Nicht alle empfinden Angst oder Ablehnung gegenüber dem Flüchtlingsthema." Viele Menschen fühlten sich betroffen, aber zugleich ohnmächtig. "Manchmal brauchen die Leute nur eine Plattform, die ihnen das Helfen auf simple Art ermöglicht." Aus ganz Österreich hätten sich bereits Unterstützer gemeldet.

Das Projekt sei aber auch als Aufruf an NGOs und Politik zu verstehen, sich mit den beiden zu vernetzen, Ressourcen zur Verfügung zu stellen und insgesamt mehr für die Menschen in Not zu tun. (cmi, DER STANDARD, 7.10.2014)

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Infos und Termine zum Hilfsprojekt auf Facebook oder auf Twitter unter #kleidungfürkobane

  • "Kleidung für Kobanê" begann vor sieben Tagen als Social-Media-Aktion. Am Montag  sammelten die Projektinitiatorinnen Julia und Sara Kleiderspenden auf dem  Parkplatz des Justizministeriums.
    foto: matthias cremer

    "Kleidung für Kobanê" begann vor sieben Tagen als Social-Media-Aktion. Am Montag sammelten die Projektinitiatorinnen Julia und Sara Kleiderspenden auf dem Parkplatz des Justizministeriums.

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