Die Tarnung von Vogelnestern ist keineswegs zufällig

6. Oktober 2014, 17:59
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Britische Forscher tapezierten die Käfige von Finken aus und warteten ab, wie diese reagieren würden

St Andrews - Dass Vogelnester in der Regel gut getarnt sind, ist angesichts ihres wertvollen Inhalts keine Überraschung. Doch legen die Tiere ihre Nester extra so an, dass sie mit den Farben der Umgebung verschmelzen - oder ergibt sich das einfach als Nebeneffekt, da das Baumaterial aus ebendieser Umgebung stammt?

Das lässt sich mit einem einfachen Experiment überprüfen - und britische Forscher haben es getan. Ein Team um Ida Bailey von der Universität Saint Andrews tapezierte einfach die Käfige von Zebrafinken (Taeniopygia guttata) in jeweils unterschiedlichen Farben aus: blau, pink und gelb. Anschließend stellten sie den Tieren verschiedenes Nistmaterial zur Wahl, passend zur neuen Wandfarbe oder mit starker Kontrastwirkung.

Das Ergebnis war eindeutig: Sämtliche der 21 Versuchsfinken schnappten sich Material in der Farbe ihrer Tapete. Und sie gingen dabei extra gewitzt vor. Denn sie griffen zwar überwiegend zur Tarnfarbe, bauten aber in jedes Nest auch kleine Mengen der Kontrastfarbe ein. Wie Bailey gegenüber dem "New Scientist" erklärte, handelt es sich dabei um eine weitere Tarnstrategie: Die sogenannte Somatolyse löst - ähnlich wie etwa bei Tigerstreifen - die Silhouette auf und macht das getarnte Objekt somit weniger gut erfassbar, als wenn es einheitlich gefärbt wäre. (red, derStandard.at, 6. 10. 2014)

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