Existenz eines mutmaßlichen Massengrabes im Kosovo untersucht

6. Oktober 2014, 16:00
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Bei Leichen soll es sich um serbische Opfer der Kosovo-Befreiungsarmee handeln

Belgrad - Die EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo (EULEX) untersucht die Existenz eines mutmaßlichen Massengrabes im Südwesten des Landes. Dies teilte am Montag in Belgrad die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen mit.

Das Massengrab mit Leichen von serbischen Kriegsopfern dürfte sich demnach in der Ortschaft Piskota bei Gjakova (serbisch: Djakovica) befinden. Die EULEX-Ankläger hätten die Exhumierung und Identifikation eventueller Leichen angeordnet, teilte die serbische Sonderstaatsanwaltschaft mit. Bei den Opfern dürfte es sich demnach um Serben handeln, die von Angehörigen der kosovo-albanischen "Befreiungsarmee" (UCK) im Gefangenenlager Llikovc (Likovac) im Krieg 1998 und 1999 umgebracht wurden.

Zur Information über ein mögliches Massengrab in Piskota sei die Sonderstaatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der EULEX-Einheit für die Untersuchung von Kriegsverbrechen gekommen, hieß es. 15 UCK-Angehörige, darunter der damalige kosovarische Botschafter in Albanien Sylejman Selimi, wurden im Vorjahr in Prishtina wegen Kriegsverbrechen in Llikovc angeklagt. Sie waren während desKosovo-Krieges Angehörige der sogenannten Drenica-Gruppe der UCK. Rund 1.700 Bürger des Kosovo, mehrheitlich Albaner, gelten seit dem Krieg nach wie vor als vermisst. (APA, 6.10.2014)

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