Französischer Ex-Geheimdienstmitarbeiter bei Al-Kaida in Syrien

6. Oktober 2014, 15:50
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Mann soll Ziel von US-Luftangriffen gewesen sein

Paris - In den Reihen der Islamisten in Syrien soll ein früherer französischer Geheimdienst-Mitarbeiter kämpfen. Der Sprengstoffexperte gehöre dem Terrornetzwerk Al-Kaida an und sei Ende September das Ziel eines US-Luftangriffs in Syrien gewesen, berichtete die US-Mediengruppe McClatchy am Montag.

Das französische Verteidigungsministerium bestritt, dass der Mann für einen ihm unterstellten Geheimdienst gearbeitet habe. Dazu zählt der französische Auslandsgeheimdienst DGSE.

Der McClatchy-Bericht beruft sich auf mehrere europäische Geheimdienstquellen. Demnach soll der frühere französische Geheimdienst-Mitarbeiter, dessen Name nicht genannt wurde, zunächst für Al-Kaida in Afghanistan gewesen und dann nach Syrien gegangen sein. Dem Bericht zufolge ist unklar, ob der Mann bereits als Islamist in den französischen Geheimdienst gelangte oder ob er sich erst dort radikalisierte. Es handele sich um einen "auf diesem Niveau bisher einmaligen" Fall, schrieb die Mediengruppe, der 29 Zeitungen in den USA gehören.

Ziel von Luftangriffen

Der frühere französische Soldat war den Angaben zufolge unter den Zielen, als US-Kampfflugzeuge im September acht Stellungen der Al-Nusra-Front bombardierten, die als Ableger von Al-Kaida in Syrien gilt. Der französische Ex-Geheimdienstmann habe aber "offenbar überlebt".

Demnach hat der einstige Geheimdienstmitarbeiter in den Augen der Amerikaner potenziell eine wichtigere Rolle als der Chef der islamistischen Gruppe Khorasan, Muhsin al-Fadhli, der durch US-Luftangriffe in Syrien getötet worden war. Khorasan ist mit Al-Kaida verbunden und soll Anschläge in Europa und den USA geplant haben. (APA, 6.10.2014)

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