Frauen sollen raus aus den politischen "Kuschelecken" 

6. Oktober 2014, 15:53
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Steirische Initiative will mehr Frauen in die Politik holen

Graz - Die Gründung einer obersteirischen Metropole schwebt dem Brucker Bürgermeister Hans Straßegger (SPÖ) vor. Wenn sich Bruck, Kapfenberg und Leoben samt ihren Umlandgemeinden zusammenschlössen, entstünde in der Mur-Mürz-Furche eine Großstadt mit 100.000 Einwohnern - und somit die zweitgrößte Stadt der Steiermark.

Während Straßegger am Montag seine Großstadt-Vision bei einer Pressekonferenz in Bruck erläuterte, forderten in Graz die Frauenvertreterinnen der Landtagsparteien, wie Gemeindeparlamente in Zukunft personell besetzt werden müssen: nämlich mit wesentlich mehr Frauen.

20 Prozent Frauen im Gemeinderat

Derzeit sind nur 20 Prozent der Gemeinderatsmitglieder weiblich. Die Frauensprecherinnen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und KPÖ starten jetzt eine Initiative mit Polit-Workshops in den Bezirken, um mehr Frauen in die Gemeindepolitik zu holen. Noch rechtzeitig, bevor im Frühjahr 2015 die neuen Gemeindevertretungen gewählt werden.

"Frauen sind einfach zu brav", sagte Ingrid Gady vom ÖVP-Landtagsklub. Sie fühlten sich, wenn sie in der Politik tätig sind, "eher für die Wohlfühlgeschichten zuständig, für die Kuschelecken, damit sich alle im Gemeinderat auch wohlfühlen". Frauen sollten aber auf Augenhöhe mit den Männern agieren, sagte Gady.

"Wir wollen Frauen in der Kommunalpolitik, oder auch Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen zu kandidieren, den Rücken stärken", ergänzte die Initiatorin der Initiative, Landesrätin Bettina Vollath (SPÖ).

Das Problem der Doppelbelastung Familie und Beruf dürfe natürlich nicht außer Acht gelassen werden, es müsse aber auch bewusst gemacht werden, "dass nicht nur Frauen, sondern Eltern Kinder haben, also beide die Verantwortung tragen". In den Workshops sollen Frauen lernen, wie sie sich im politischen Diskurs behaupten können. (mue, DER STANDARD, 7.10.2014)

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