Neues Verfahren soll Magnetband-Aufnahmen retten

6. Oktober 2014, 15:28
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Österreichische Forscher entwickelten Methode zur Hemmung des chemischen Alterungsprozesses der Datenträger

Wien - Archive kämpfen mit der begrenzten Haltbarkeit von Magnetbändern und damit von Ton- und Filmaufnahmen, die bei nur rund 30 Jahren liegt. Am Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurde nun in Kooperation mit dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI) ein Verfahren zur Rettung solcherart aufgezeichneter Tondokumente entwickelt - und patentiert.

Auf Basis der langjährigen Erfahrung mit der Übertragung und Digitalisierung historischer Tonträger konnten die Forscher in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie schwer geschädigte Magnetbänder auf Acetatbasis wieder spielbar gemacht werden können. Diese vorerst experimentell gesammelten Daten wurden chemisch analysiert und darauf aufbauend das neue Verfahren entwickelt.

Dieses soll nicht nur ein zerstörungsfreies Abspielen der Bänder ermöglichen, sondern den chemischen Alterungsprozess des Materials hemmen oder sogar stoppen. Das Material werde dabei nicht nur kurzfristig aufgefrischt, sondern dauerhaft in seinen mechanischen Eigenschaften verjüngt, heißt es in einer Aussendung der ÖAW. Die weitere Lagerungsfähigkeit werde dadurch langfristig erhöht, die Verfahrensweise sei für Mensch und Umwelt unbedenklich.

Ein Patent für die neue Methode wurde bereits erteilt. Nun arbeiten die Forscher daran, das Verfahren auch für Filmmaterial anwendbar zu machen. (APA/red, derStandard.at, 6.10.2014)

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