Unesco-Experten: Schiffswrack vor Haiti ist nicht die Santa Maria

6. Oktober 2014, 14:19
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US-Forscher behauptete im Mai, die Überreste des legendären Schiffes gefunden zu haben

Paris/Port-au-Prince - Es wäre ein Sensationsfund gewesen: Im Mai 2014 verkündete der US-Forscher Barry Clifford, vor der Küste Haitis das Wrack des Flaggschiffs von Christoph Kolumbus gefunden zu haben, der legendären Santa Maria. Forscherkollegen hatten allerdings schon damals Zweifel angemeldet.

Zu Recht, wie sich nun herausstellte. Auf Bitten der haitianischen Regierung untersuchte eine Expertenkommission der UN-Organisation Unesco den Fund und kommt nun im Abschlussbericht zu einem negativen Schluss. "Es gibt nun eindeutige Beweise dafür, dass das Wrack aus einer viel späteren Zeit stammt", heißt es dort.

Technik zu neu

Demnach habe sich herausgestellt, dass die vor Ort gefundenen Befestigungen am Schiff auf eine Technik aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert zurückgehen. Außerdem sei der Fundort unplausibel - das Wrack liege zu weit von der Küste entfernt.

Die Unesco-Experten empfehlen, weiter nach dem Wrack der Santa Maria zu suchen sowie eine genaue Dokumentation aller Wracks in dem Gebiet vorzunehmen.

Kolumbus war mit dem Dreimaster Santa Maria 1492 auf der Suche nach einer westlichen Passage nach Ostasien mit dem Ziel Indien in See gestochen. Zu der Flotte gehörten auch die Schiffe Pinta und Nina. Bekanntlich führte ihn seine Expedition statt nach Indien auf die Bahamas. Vor der Insel Hispaniola (heute Haiti und die Dominikanische Republik) lief die Santa Maria auf ein Riff und sank in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. (APA/red, derStandard.at, 6.10.2014)

  • Rekonstruktion der Santa Maria aus dem Jahr 1892.
    foto: reuters/handout

    Rekonstruktion der Santa Maria aus dem Jahr 1892.

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