Brustimplantate könnten extrem selten Krebs verursachen

6. Oktober 2014, 13:29
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Statistisch kommen auf drei Millionen Brustimplantate ein bis sechs Fälle des großzelligen anaplastischen Lymphoms - ältere Studien konnten bislang keinen Zusammenhang nachweisen

Eine internationale Autorengruppe unter Beteiligung des Wiener Pathologen Lukas Kenner hat durch die Analyse weltweit verfügbarer Studien und Daten in einer Übersichtsarbeit eine möglicherweise ursächliche Beteiligung von Brustimplantaten bei einer extrem selten auftretenden Krebserkrankung postuliert. Das teilten MedUni Wien und Vetmeduni Wien am Montag in einer Aussendung mit.

Ursache unklar

Die Wissenschafter fanden Hinweise dafür, dass Brustimplantate durch bösartige Veränderungen im Narbengewebe das großzellige anaplastische Lymphom (ALCL) auslösen könnten. Pro drei Millionen Brustimplantaten dürfte es zu einem bis sechs solcher Fälle als Komplikation kommen.

Weltweit fanden die Wissenschafter 71 solche Erkrankungen in Literatur und Registerdaten, bei denen die Implantate für die Entstehung von ALCL verantwortlich gewesen sein dürften. Es handelt sich um eine aggressive Lymphom-Form. Die eigentliche Ursache ist unklar. Allgemein gelten Brustimplantate als sicher. Studien hätten keinen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und anderen Krebserkrankungen nachweisen können. Die Übersichtsarbeit ist im Journal "Mutation Research" erschienen. (APA, derStandard.at, 6.10.2014)

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