Jeder dritte Bewerber will zu viel Gehalt 

6. Oktober 2014, 12:58
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Fachkräfte im Finanz- und Rechnungswesen sind gefragt - die Kandidaten wissen das und fordern dementsprechend mehr Gehalt und Zusatzleistungen

Die Gehaltsübersicht 2015 des Personaldienstleisters Robert Half zeigt auf, dass die Gehaltsvorstellung der österreichischen Bewerber im Finanz- und Rechnungswesen zu einem großen Teil nicht dem marktüblichen Niveau entsprechen. Die Kandidaten seien "anspruchsvoll bei der Wahl einer neuen Stelle", heißt es dort.

Bei jedem Dritten (32 Prozent) übertreffen die Gehaltserwartungen die Angebote der befragten Unternehmen (100 österreichische Human Resources Manager). Und nicht nur das: Es werden auch immer häufiger nach Zusatzleistungen gefragt - nach Boni und Beteiligungsmodellen, so die Untersuchung weiter.

Hohe Forderungen, starke Nachfrage

Genauer aufgelistet lautet die Forderungsliste so: In erster Linie, so die Studienautoren, werde ein höheres Grundgehalt gefordert (59 Prozent der Bewerber), dicht gefolgt von umfassenden Zusatzleistungen (56 Prozent), 34 Prozent fragen nach höheren Boni, zusätzlichen Urlaubstagen (28 Prozent) und Kapital- oder Gewinnbeteiligungsmöglichkeiten (19 Prozent).

Die Bewerber sind sich ihrer fachlichen Expertise sicher - die Nachfrage nach qualifizierten Bewerbern in Finanz- und Rechnungswesen sei hoch, so die Studienautoren weiter. Zudem rechnen 85 Prozent der Chief Financial Officers (CFO) mit einer positiven Konjunkturentwicklung, 84 Prozent mit einem Wachstum des eigenen Unternehmens - mit zusätzlichen Personal rüste man sich also für künftige Herausforderungen.

Schwierige Suche

Die Suche nach den Top-Talenten gestalte sich allerdings alles andere als einfach: Die große Mehrheit (80 Prozent), der im Rahmen der Robert Half Workplace Survey befragten CFOs erleben die Suche nach qualifizierten Finanzfachkräften als "schwierig bzw. sehr schwierig". Gleichzeitig gehe mehr als ein Drittel dieser CFOs (39 Prozent) davon aus, dass die Gehälter in ihren Abteilungen ansteigen werden, heißt es weiter.

Die gefragteste Spezies sei derzeit jene der Controller, der Controlling-Leiter, der Buchhalter, der Bilanzbuchhalter und der Finanzanalysten. Während die Einsteiger im Controlling und in der Bilanzbuchhaltung mit Jahresbruttogehältern zwischen 36.000 und 42.000 Euro rechnen können, starten Buchhalter mit jährlich 26.000 bis 32.000 Euro, so die Gehaltserhebung. Finanzanalysten können als Einsteiger mit 36.000 (bis 40.000) Euro rechnen. Controlling-Leiter mit bis zu zwei Jahren Erfahrung, so die Erhebung weiter, können mit einem Jahresbezug zwischen 66.500 und 79.500 Euro rechnen, heißt es weiter.

Finden, aber dann auch halten

Nicht nur die Suche nach qualifizierten Kandidaten gestaltet sich nicht immer einfach, auch wollen die Fachkräfte möglichst lange ans Unternehmen gebunden sein. Den Vorteil von "Zusatzpaketen" haben dementsprechend viele Unternehmen erkannt, so die Studienautoren. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (51 Prozent) unterstützen ihre Mitarbeiter in Aus- und Weiterbildung.

Fast ebenso viele (47 Prozent) bieten flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten an und setzen auf Maßnahmen für die Altersvorsorge (45 Prozent), heißt es weiter. Mit Mobile Devices werden die Mitarbeiter von 44 Prozent der befragten Unternehmen ausgestattet, 40 Prozent stellen ihren Mitarbeitern Firmenautos zur Verfügung. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (36 Prozent) bieten Zusatzboni oder -zahlungen, 29 Prozent übernehmen Fahrtkosten, so die Untersuchung weiter. Werden Zusatzleistungen geplant, so sind es meistens Mentoringprogramme (13 Prozent), Altersvorsorge und Zusatzboni (je zehn Prozent). (haa, derStandard.at, 6.10.2014)

  • Quelle: Robert Half Gehaltsübersicht 2015
    foto: robert half gehaltsübersicht 2015

    Quelle: Robert Half Gehaltsübersicht 2015

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