Umweltschützer fanden Quecksilber in österreichischem Fisch

6. Oktober 2014, 11:34
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Sechs von acht Proben enthielten zu viel Quecksilber - wer überdurchschnittlich viel Fisch isst, sei gefährdet, so Global 2000

In allen acht von Global 2000 untersuchten Proben von heimischem Fisch ist Quecksilber nachgewiesen worden. Sechsmal überschritt die Belastung die Umweltqualitätsnorm für Risikostoffe gemäß der Wasserrahmenrichtlinie. Sie liegt allerdings noch deutlich unter den für Lebensmittel als gefährlich eingestuften Werten von 500 Mikrogramm pro Kilogramm Frischgewicht.

Grenzwerte überschritten

Sieben Gewässer sind untersucht worden, die Proben stammen von typischen heimischen Fischen wie Saibling, Karpfen und Forelle. Die Aiteln (karpfenähnliche Fische) aus der Donau nahe Wien und die Saiblinge aus dem Attersee wiesen mit einer Belastung von 190 bzw. 180 Mikrogramm Quecksilber pro Kilo Frischgewicht besonders hohe Überschreitungen auf - diese Proben lagen um ein Neunfaches über der Umweltqualitätsnorm von 20 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm.

Bachforellen aus der Kamp und Felchen aus dem Bodensee wiesen eine Quecksilberbelastung von 82 bzw. 86 Mikrogramm pro Kilo Frischgewicht auf, mehr als das Vierfache der Norm. Karpfen aus dem Neusiedlersee kamen mit 55 Mikrogramm pro Kilogramm Frischgewicht. Nur Regenbogenforellen und Bachforellen aus der Ois, einem Zubringer der Ybbs, wiesen mit Werten von 14 bzw. zwölf Mikrogramm pro Kilo Belastungen unterhalb der Umweltqualitätsnorm auf.

Große Bedrohung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Quecksilber, das im Körper in Methylquecksilber verwandelt wird, als eine der zehn größten Bedrohungen für die Gesundheit ein. 1,6 Mikrogramm Methylquecksilber pro Kilogramm Körpergewicht gelten als "vorübergehend tolerierbare wöchentliche Aufnahme". Wer überdurchschnittlich viel Fisch isst, sei gefährdet, warnten die Umweltschützer: Für ein 25 Kilo schweres Schulkind liege die akzeptable Wochenmenge bei 40 Mikrogramm. Mit 250 Gramm Attersee-Saibling liege man schon darüber.

Bei regelmäßiger Überschreitung dieses Werts sehe die WHO ein Risiko für eine Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung. Auch während der Schwangerschaft sollten stark quecksilberhaltige Fische - das sind vor allem Raubfische - gemieden werden, empfahl Global-Sprecher Johannes Wahlmüller. Global 2000 forderte ambitioniertere Klima- und Energieziele in der EU. Die Verbrennung von Kohle und die Industrie seien in Österreich und Europa hauptverantwortlich für die hausgemachte Freisetzung von Quecksilber, das Menschen hauptsächlich durch Fischverzehr aufnehmen. (APA, derStandard.at, 6.10.2014)

Die Ergebnisse:

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  • Heimischer Fisch enthält zu viel Quecksilber.
    foto: dpa/marius becker

    Heimischer Fisch enthält zu viel Quecksilber.

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