Europas Leitbörsen schließen einheitlich im Minus

8. Oktober 2014, 18:22
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IWF-Prognose und schwaches Umfeld belasten - Warten auf Fed-Protokolle und Start der US-Berichtssaison

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch erneut mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 rutschte um 28,79 Einheiten oder 0,93 Prozent auf 3.053,31 Zähler ab.

Schwache Übersee-Börsen sowie die am Vortag gesenkten IWF-Prognosen für die Weltwirtschaft drückten die europäischen Aktienmärkte auch zur Wochenmitte ins Minus. Hinzu kommen politische Spannungen, Kriege sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika, kommentierte ein Börsianer.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor einem Abflauen der Weltwirtschaft gewarnt und seine Wachstumsprognose für 2014 erneut deutlich nach unten korrigiert. Eine große Sorge sei, dass die Erholung in der Eurozone stagniere, so die Organisation am Dienstag. Riskant sei auch eine mögliche Überhitzung der Finanzmärkte. Es sehe so aus, als ob sich die Aktienbewertungen an den internationalen Märkten den langfristigen Durchschnitten annäherten, kommentierte ein Händler die aktuelle Entwicklung.

Mit Spannung erwartet werden auch die am Abend noch anstehende Bekanntgabe der Protokolle der US-Notenbanksitzung von Mitte September sowie der Start der US-Berichtssaison, mit Zahlen von Alcoa nach Börsenschluss in New York.

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte Abschläge auf breiter Front. Zu den schwächsten Sektoren zählten dabei Technologie sowie Rohstoffe und Automobil. Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 rutschten SAP 3,88 Prozent ab. Händler sind etwas in Sorge darüber, dass die Jahresziele des größten europäischen Softwareherstellers in Gefahr geraten könnten - schließlich hat Finanzchef Luka Mucic einen Einstellungsstopp bis Jahresende verordnet und pocht auf Kostendisziplin.

Aktien von Air France-KLM dämmten ihre anfänglichen Verluste von rund fünf Prozent ein und schlossen "nur" 2,53 Prozent unter ihrem Vortages-Schlusskurs. Die Fluggesellschaft warnte, dass die streikbedingten Flugausfälle und verlorenen Ticketeinnahmen den Gewinn im laufenden Jahr mit 500 Millionen Euro belasten dürften.

In deren Windschatten büßten Lufthansa in Frankfurt 1,70 Prozent ein. Am Vortag hatten die Titel bereits ein Minus von mehr als fünf Prozent vor allem wegen Sorgen um einen Ebola-Fall in Spanien zu verbuchen. Zudem kommen Konjunktursorgen bei den Airlines besonders schwer zum Tragen, hieß es weiter.

Zahlreiche Bankwerte im Euro-Stoxx-50 zeigten sich ebenfalls mit negativen Vorzeichen. Während BNP Paribas um 1,38 Prozent verloren und UniCredit 1,08 Prozent nachgaben, fielen Societe Generale 1,09 Prozent.

Sechs Jahre nach Beginn der zurückliegenden globalen Finanzkrise sind viele Banken laut einer Analyse des IWF immer noch zu schwach. Vor allem in der Eurozone sei ein Großteil der Institute weiter nicht in der Lage, nachhaltig Kredite zur Stützung der Wirtschaft bereitzustellen, heißt es in einem Bericht der Organisation, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. (APA, 8.10.2014)

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