Wiener Börse schließt am Dienstag mit Verlusten

7. Oktober 2014, 22:40
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Deutschlands Industrieproduktion knickt ein - Palfinger nach Vortages-Kursrutsch erneut schwächer

Wien - Die Wiener Börse hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der ATX fiel 24,42 Punkte oder 1,12 Prozent auf 2.147,29 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 15 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.162 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,90 Prozent, DAX/Frankfurt -1,27 Prozent, FTSE/London -0,86 Prozent und CAC-40/Paris -1,71 Prozent.

Bereits zur Eröffnung war die Wiener Börse in die Verlustzone gerutscht, nachdem vorbörslich ein deutlicher Rückgang der deutschen Industrieproduktion veröffentlicht worden war. Im August fiel in Deutschland die Industrieproduktion so stark, wie seit Jänner 2009 nicht mehr. Für die Analysten von ING war der Rückgang der deutschen Industrieproduktion zu deutlich, um nur durch einmalige Faktoren wie die Sommerferien und die Ukraine-Krise bedingt zu sein. Vor allem die Auftragseingänge und Lagerbestände der Deutschen würden nichts Gutes für das Schlussquartal verheißen.

Im weiteren Tagesverlauf weitete die Wiener Börse ihre Verluste etwas aus, die Nachrichtenlage blieb äußerst dünn. Dabei verbilligten sich die Aktien des Krankonzerns Palfinger nach ihren herben Vortagesverlusten erneut um 3,19 Prozent auf 19,12 Euro. Am Vortag waren die Papiere nach einer Gewinnwarnung um 17,7 Prozent eingebrochen. Der Vorstand verwies in einer Aussendung auf ausbleibende Aufträge vor allem aus Europa, die zur Korrektur der Prognose für das Gesamtjahr 2014 beigetragen hätten.

Nachdem infolge bereits am Vortag die Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel für die Palfinger-Aktie um 7,5 auf 19 Euro gesenkt hatten (Votum: "Hold"), schlossen sich ihnen heute weitere Kollegen an: Die Raiffeisen-Analysten strichen ihre Kaufempfehlung "Buy" und votieren nun neutral mit "Hold". Zudem reduzierten sie ihr Kursziel von 27 auf 21,5 Euro und kürzten ihre Gewinnerwartungen. Die Experten von Kepler-Cheuvreux verringerten ihr Kursziel von 26 auf 21 Euro und blieben bei "Hold".

Dem europaweit negativen Trend der Bankbranche folgten die heimischen Vertreter Erste Group (minus 1,28 Prozent auf 18,06 Euro) und Raiffeisen (minus 3,54 Prozent auf 16,48 Euro). Auch die Papiere des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) konnten sich dem schwachen Trend des Öl- und Gassektors nicht entziehen und büßten 3,79 Prozent auf 74,30 Euro ein. Hingegen verteuerten sich Verbund um 2,06 Prozent auf 15,60 Euro und widersetzten sich somit dem ebenfalls negativen Sentiment der Versorgerbranche. (APA, 7.10.2014)

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