RoomAlive: Microsoft macht Wohnzimmer zur Videospiel-Welt

Video6. Oktober 2014, 09:45
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Mit Kinect-Kameras wird 3D-Modell des Raums erstellt, Spieler kann mit Objekten interagieren

Microsoft hat auf einer Entwicklerkonferenz neue Einblicke in ein Virtual-Reality-Projekt namens "RoomAlive" erlaubt. Das System verwandelt Räume in Game-Szenarien und lässt den Spieler mit der neuen Oberfläche interagieren. Zwar ist das Projekt noch in den Kinderschuhen und weit von der Marktreife entfernt, laut Engadget handle es sich bei "RoomAlive" aber um einen "Riesenschritt" für Videospiele mit gewaltigem Potenzial.

Verwandelt Raumeigenschaften in Videospiel-Level

Denn RoomAlive zeigt eine (sehr aufwendige) Alternative zu VR-Brillen wie OculusRift auf: Es entführt den Spieler nicht via Gerät in eine andere Welt, sondern wandelt die vorhandenen Gegebenheiten in ein Videospiel um. Ermöglicht wird dies durch Tiefenkameras. Sie messen die Parameter des Wohnzimmers aus, anschließend wird ein 3D-Modell des Raums erstellt. Dann kommen wiederum Projektoren ins Spiel, die Pixel über das Zimmer und dessen Mobiliar legen.

Stellt sich automatisch ein

Laut Microsoft soll das System mittlerweile in der Lage sein, sich "automatisch zu kalibrieren", es sei bereits "binnen weniger Minuten einsatzfähig". In einer Videodemo waren vier kurze Spiele zu sehen: In einer Variante mussten Spieler kleine Monster sammeln oder auf sie schießen. Ein anderes Game forderte Nutzer heraus, Fallen zu vermeiden. Dazu mussten die Spieler physisch ausweichen, sich ducken oder hüpfen.

microsoftresearch

Projekt totgeglaubt

Dass Microsoft weiterhin intensiv an dem Projekt arbeitet, ist eine Überraschung: Eigentlich waren Forschungen zu dieser Virtual-Reality-Erweiterung, die ursprünglich unter "IllumiRoom" lief, für pausiert erklärt worden. Sei sei zwar "sehr, sehr cool", so Microsofts Xbox-One Chef Albert Penello im September 2013, aber viel zu teuer und aufwendig, um je massentauglich zu werden. Trotzdem dürfte Microsoft in den vergangenen Monaten erhebliche Ressourcen freigegeben haben, da RoomAlive im Vergleich zu IllumiRoom um einiges besser aussieht.

Von Marktreife entfernt

Die Forschung steht dabei in der Tradition von Microsofts Xbox- und PC-Erweiterung "Kinect", das auch über eine Tiefenkamera verfügt. Bis RoomAlive tatsächlich einsatzfähig ist, könnten allerdings noch einige Konsolengenerationen vorübergehen. Und auch dann ist fraglich, ob sich der reguläre Videospieler "ein Set-Up mit mehreren Kinects und Projektoren leisten kann", so Engadget abschließend. (fsc, derStandard.at, 6.10.2014)

  • Nutzer können mit Objekten interagieren, die vom System auf ihr Mobiliar oder Wände projiziert werden
    screenshot/microsoft/youtube

    Nutzer können mit Objekten interagieren, die vom System auf ihr Mobiliar oder Wände projiziert werden

  • Tiefenkameras erstellen ein 3D-Modell des Zimmers, in dem gespielt wird
    screenshot/microsoft/youtube

    Tiefenkameras erstellen ein 3D-Modell des Zimmers, in dem gespielt wird

  • Anschließend können Videospiel-Levels erstellt werden, die genau auf den Raum zugeschnitten sind
    screenshot/microsoft/youtube

    Anschließend können Videospiel-Levels erstellt werden, die genau auf den Raum zugeschnitten sind

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