Zahl der Ebola-Toten in Sierra Leone nahm sprunghaft zu

Video6. Oktober 2014, 16:37
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Insgesamt 678 Personen an Virus gestorben - Neuer Verdacht in USA nicht bestätigt

Freetown/Conakry/Monrovia/Washington - Die Ebola-Epidemie gerät in Sierra Leone immer stärker außer Kontrolle. Der offiziellen Statistik der Gesundheitsbehörden zufolge starben allein im Laufe des Samstags in dem Land 121 Menschen an Ebola, so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Epidemie. Zugleich seien 81 neue Fälle bekannt geworden, berichtete die Behörde am Sonntag.

Damit stieg die Zahl der Ebola-Toten in dem westafrikanischen Land auf 678 an. Helfer gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Im gesamten Westafrika geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile von rund 3.500 Toten aus. Insgesamt waren bis Freitag 7.492 Krankheitsfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Neuer Verdacht in USA nicht bestätigt

Ein neuer Ebola-Verdacht bei einem zuvor von dem Virus geheilten US-Arzt hat sich unterdessen nicht bestätigt. Die Laborergebnisse seien negativ gewesen, teilte die zuständige US-Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Der Arzt und christliche Missionar Rick Sacra, der sich in Liberia mit Ebola infiziert hatte, war Ende September zunächst geheilt aus der behandelnden Klinik in den USA entlassen worden.

Allerdings wurde er am Samstag erneut mit Symptomen eingeliefert und unter Quarantäne gestellt. Diese sei nun aufgehoben worden, hieß es. Der US-Kameramann des Nachrichtensenders NBC News, der sich ebenfalls im westafrikanischen Liberia mit Ebola infizierte, war am Montag auf dem Weg zur Behandlung in den USA. Dort soll er ins Nebraska Medical Center eingeliefert werden, wo auch Sacra behandelt wurde.

storyful, facebook/nebraska medical center

Erster Ebola-Patient in USA weiter in Lebensgefahr

Erstmals war zuletzt ein Mensch in den USA mit Ebola diagnostiziert worden. Der Patient schwebt weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand habe sich nicht verbessert, teilte das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas am Sonntag mit. Der Mann war am 28. September ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Ärzte zwei Tage zuvor ihn noch nach Hause geschickt hatten. Er hatte sich in seinem Heimatland Liberia infiziert und hielt sich zu einem Familienbesuch in Texas auf.

storyful, youtube/ifrc
Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Liberia berichtet über seine Arbeit.

Er werde derzeit nicht mit experimentellen Medikamenten wie ZMapp behandelt, sagte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Thomas Frieden, bei einer Pressekonferenz. "Es gibt davon nur sehr wenig auf der Welt, und soweit ich das richtig verstehe, ist das alles aufgebraucht. Es dauert sehr lange, mehr davon herzustellen, also wird es noch eine ganze Weile lang nicht vorhanden sein", so Frieden.

Seine Behörde bekomme derzeit pro Tag rund 800 Anrufe und E-Mails zum Thema Ebola, sagte Frieden. Vor der Ebola-Diagnose des Patienten in Dallas seien es etwa 50 pro Tag gewesen. Ein Ebola-Verdachtsfall in Washington habe sich unterdessen nicht erhärtet, teilten die Betreiber des Howard-University-Krankenhauses in der US-Hauptstadt per Kurznachrichtendienst Twitter mit. (APA/Reuters, 6.10.2014)

  • Eine liberianische Krankenschwester kümmert sich um die Desinfektion von Gummistiefeln und Kleidung.
    foto: apa/epa/ahmed jallanzo

    Eine liberianische Krankenschwester kümmert sich um die Desinfektion von Gummistiefeln und Kleidung.

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