Deutsche Bahn rüstet sich für Lokführer-Streik

6. Oktober 2014, 07:48
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Die Gewerkschaft will noch am Montag ihr weiteres Vorgehen erläutern, der Bahnvorstand nennt die Forderungen "unerfüllbar"

Berlin - Die Deutsche Bahn bleibt trotz des ab Montag drohenden Streiks der Lokführer hart. Personalvorstand Ulrich Weber nannte die Forderungen der Lokomotivführergewerkschaft (GDL) utopisch und unerfüllbar. Die Bahn bleibe aber verhandlungsbereit. Bahnreisende dürften sich diese Woche aber wieder auf Verspätungen und Zugausfälle einzustellen haben.

Weber bot an: "Wenn es nach uns geht, sitzen wir am Montag am Verhandlungstisch." Sollte die GDL sich aber zu Streiks entschließen, hoffe er, dass die Gewerkschaft die Kunden davon rechtzeitig in Kenntnis setze. Die GDL-Mitglieder hatten in einer Urabstimmung mit 91 Prozent für einen Streik gestimmt..

Bahn spricht von "viertem Angebot"

Die Gewerkschaftsspitze will am Montag mitteilen, ob sie auf das jüngste Verhandlungsangebot der Bahn eingeht oder streiken lässt. Streiks bei der Bahn sind wahrscheinlich. Die Lokführer wollen "zügig" bekannt machen, was Bahnreisende zu erwarten haben.

Die Lokführer fordern unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Ein zentraler Punkt des Konflikts ist zudem der Anspruch der GDL, künftig neben den Lokführern auch Zugbegleiter und Rangierführer vertreten zu wollen. Darüber streitet sich die Lokführer-Gewerkschaft auch mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Bahnvorstand Weber kritisierte in der "Bild am Sonntag", die GDL habe "bis heute keine fünf Minuten ernsthaft verhandelt". Dabei liege das vierte Angebot der Bahn auf dem Tisch.

Scharfe Töne

Angesichts der scharfen Töne in dem Streit forderte er "mehr Sachlichkeit und Vernunft". Der GDL warf Weber vor, ihr gehe es vor allem um die "Mehrung von Macht und Einfluss", etwa indem sie neben der Vertretung der Lokführer nun auch Tarifverträge für die Zugbegleiter erstreiken wolle. "Arbeitskämpfe sind in diesem Tarifkonflikt kein taugliches Mittel, sie sind überflüssig und schädlich für unsere Kunden, Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen", mahnte er.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte angekündigt, die Gewerkschaft werde über das Wochenende das neue Bahn-Angebot prüfen und am Montag mitteilen, wie es weitergehe. "Wir werden Schritt für Schritt den Druck erhöhen", kündigte er an.

Das Management des Staatskonzern hat zuletzt vorgeschlagen, die Tarifverhandlungen solange auszusetzen, bis die gesetzliche Grundlage über die tariflichen Kompetenzen von Groß- und Spartengewerkschaften geklärt ist. In der Zwischenzeit sollen die Lokführer bis zur Fortsetzung von Verhandlungen eine Zulage von zwei Prozent erhalten.

Die deutsche Bundesregierung plant ein Gesetz zur Tarifeinheit, wonach in einem Konzern nur der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern gelten soll. Kleine Fachgewerkschaften wie die GDL oder die Pilotengewerkschaft Cockpit sehen dadurch ihr Streikrecht eingeschränkt. (APA/Reuters, 6.10.2014)

  • Deutsche-Bahn-Vorstand Weber kritisiert, die Gewerkschaft habe bis heute keine fünf Minuten ernsthaft verhandelt.
    foto: reuters/michael dalder

    Deutsche-Bahn-Vorstand Weber kritisiert, die Gewerkschaft habe bis heute keine fünf Minuten ernsthaft verhandelt.

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