Aus Afghanistan ausgewiesener US-Reporter darf wieder einreisen

5. Oktober 2014, 18:12
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Präsident Ghani: "Wir achten die Pressefreiheit"

Kabul - Ein aus Afghanistan ausgewiesener US-Reporter darf wieder in das Land zurückkehren. Präsident Ashraf Ghani teilte am Sonntag über Twitter mit, dass er den Generalstaatsanwalt aufgefordert habe, die Strafe gegen den "New York Times"-Reporter Matthew Rosenberg aufzuheben. "Wir achten die Pressefreiheit", schrieb Ghani.

Rosenberg war trotz Intervention der US-Regierung Ende August des Landes verwiesen worden. Es war der erste derartige Fall seit dem Ende der Taliban-Herrschaft vor 13 Jahren. Die afghanische Justiz warf ihm Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten vor.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Anstoß genommen an einem gegen "die nationalen Interessen sowie die Sicherheit und Stabilität Afghanistans" gerichteten Artikel Rosenbergs. Darin war gemutmaßt worden, Minister und Regierungsmitarbeiter könnten übergangsweise die Macht ergreifen, um dem Gerangel zwischen Ghani und dem ehemaligen Außenminister Abdullah Abdullah über das Ergebnis der Präsidentschaftswahl ein Ende zu setzen.

Medienlandschaft blüht wieder auf

Nach der Mitte Juni abgehaltenen Stichwahl um das Präsidentenamt hatte Abdullah seinem Rivalen, dem früheren Weltbank-Mitarbeiter Ghani, Wahlbetrug vorgeworfen. Unter Vermittlung des US-Außenministers John Kerry einigten sich beide Politiker später auf eine vollständige Neuauszählung aller Stimmen und die Bildung einer Einheitsregierung - unabhängig davon, wer Präsident wird. Abdullah wurde schließlich Regierungsgeschäftsführer, Ghani Staatschef.

Während der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 unterlagen Medienbetriebe in Afghanistan strengen Beschränkungen. Im vergangenen Jahrzehnt blühten dann Zeitungen, Fernsehstationen und Online-Portale - auch durch internationale Hilfe - wieder auf. (APA, 05.10.2014)

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