Neue Suche nach MH370

5. Oktober 2014, 17:10
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Speziell ausgerüstete Suchschiffe machten sich auf den Weg zum vermutlichen Absturzort

Fast sieben Monate nach ihrem mysteriösen Verschwinden beginnt vor Australien ein neuer Versuch, den Absturzort der malaysischen Passagiermaschine MH370 zu finden. Das erste von drei speziell ausgerüsteten Suchschiffen war am Wochenende in einem entlegenen Gebiet des Indischen Ozeans etwa 1800 Kilometer vor der Küste Westaustraliens erwartet worden.

Wissenschafter wollen in den kommenden Wochen eine rund 60.000 Quadratkilometer große Zone absuchen. Dabei nutzen sie verschiedenste Technologien, von Sonar über Videokameras bis zu ferngesteuerten U-Booten sowie Sensoren, die im Wasser Flugzeugtreibstoff aufspüren können.

Bisher keine konkreten Ergebnisse

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord spurlos verschwunden. Behörden gehen davon aus, dass die Piloten aus einem bisher nicht bekannten Grund das Flugzeug gewendet und dann versucht hatten, nach Malaysia zurückzukehren. Die wochenlange Suche aus der Luft und auf dem Wasser im Indischen Ozean brachte keine konkreten Ergebnisse.

"Wir sind vorsichtig optimistisch", meinte Martin Dolan, Chef des australischen Büros für Transportsicherheit in Canberra, im Vorfeld der Suchkampagne. Das Suchgebiet liegt in einer Region im Süden des Ozeans, entlang des sogenannten Siebenten Bogens.

Suche entlang des "Siebenten Bogens"

Wissenschafter hatten in den vergangenen vier Monaten Satellitendaten und die Kommunikation mit MH370 analysiert. Sie kamen zum Schluss, dass der Maschine entlang dieses "Bogens" der Treibstoff ausgegangen sein musste. Das Flugzeug sei auf einer Länge von etwa 650 Kilometern, "nicht mehr als 38 Kilometer westlich oder 55 Kilometer östlich" abgestürzt, so das Büro.

Die Unterwassertopografie im Gebiet war bisher weitgehend unbekannt. Zwei Spezialschiffe haben seit Mai den mit tiefen Schluchten, Vulkanen und Bergen bedeckten Meeresboden kartografiert. Das Wasser im Suchgebiet ist zwischen 600 Metern und 6,5 Kilometern tief.

"Familien verdienen eine Antwort"

Die drei Suchschiffe werden je mit zwischen 25 und 35 Besatzungsmitgliedern besetzt sein. Die Mannschaften dürften rund um die Uhr arbeiten und bleiben jeweils bis zu 30 Tage im Suchgebiet. Finanziert wird die Suchaktion von Malaysia und Australien. Laut Dolan gibt es "keine Garantie für den Erfolg. Wir tun es in erster Linie für die Familien der 239 Menschen. Sie verdienen eine Antwort." (Urs Wälterlin, DER STANDARD, 6.10.2014)

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