Ein Präsident warnt, ein anderer witzelt

5. Oktober 2014, 16:05
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Mit Wolfgang Katzian, dem Klubchef der Wiener Austria, würde Dietmar Riegler, Klubchef des WAC, auf keinen Fall tauschen wollen. Katzian stellt sich nach dem 0:2 der Wiener gegen die Kärntner hinter seinen Trainer. Riegler stellt sich einiges vor

Wien - Präsident sein, wenn die Veilchen verblühen - kein leichtes Los. Doch Wolfgang Katzian, der Klubchef der Wiener Austria, gibt sich noch gelassen, auch nach dem 0:2 daheim gegen Tabellenführer WAC, der mittlerweile und nach elf Runden 15 Punkte vor der Austria liegt. "Wir haben nach dem schwachen Start nicht die Nerven weggeschmissen, wir werden auch jetzt nicht die Nerven wegschmeißen", schließt Katzian Konsequenzen für Trainer Gerald Baumgartner aus.

Das soll nichts heißen, schließlich geht beinahe jedem Trainerwechsel voraus, dass ein Präsident sich hinter einen Trainer stellt. Immerhin warnt Katzian, dass man sich ab sofort keine Umfaller mehr leisten dürfe. "Wir sind mittlerweile im zweiten Viertel der Meisterschaft. Jetzt heißt's Gas geben." Baumgartner sprach angesichts des verlorenen Schlüsselspiels von einem "großen Dämpfer. Wir dachten, dass wir im Aufwind sind und dieses Spiel gewinnen können. Aber leider konnten wir keine klaren Torchancen präsentieren."

Dietmar Riegler kommt derzeit ein Wort besonders oft über die Lippen, das Wort "unglaublich". Gleichzeitig stellt der Geschäftsführer der RZ-Pellets-Firmengruppe, Mäzen und Präsident des WAC in Personalunion, freilich fest: "Schön langsam sieht man, dass es kein Zufall ist, dass wir da vorne stehen." Wenn den 48-Jährigen jemand darauf hinweist, dass im Mai 2015 Meisterprämien fällig werden könnten, so fragt Riegler diesen Jemand nicht mehr nach dem Wo-angerennt-Sein. Sondern er stellt sich das tatsächlich vor, um letztlich dann doch zu witzeln: "In den Verträgen sind keine Meisterprämien festgehalten, also gibt es auch nichts auszuzahlen."

Die Lavanttaler fühlen sich von vielen Seiten noch immer unterschätzt. "Außerhalb von Kärnten werden unsere Erfolge häufig mit Glück und einem Erfolgslauf heruntergespielt. Aber wenn man nach elf Runden so dasteht, ist das schon ein Zeichen von Qualität", stellt Michael Sollbauer fest. Und der WAC-Kapitän schließt nicht aus, dass alles so weiterläuft, weil es halt laufe, wenn es laufe. "Bei uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel, und wir werden auch nicht zu zaubern beginnen. Wir werden keine Nachlässigkeit und keine Überheblichkeit einreißen lassen, in keinem Spiel und in keinem Training."

WAC-Trainer Dietmar Kühbauer weist Gratulationen zurück und will gut durch die Länderspielpause kommen. "Das nächste Spiel in zwei Wochen daheim gegen Grödig ist mir aber wichtiger als irgendwelche Würdigungen." (APA, red, DER STANDARD, 6.10.2014)

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