Mexiko: Bandenmitglieder gestehen Mord an 17 Studenten

6. Oktober 2014, 06:18
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Waren nach einer Protestaktion verschwunden - In den Massenmord offenbar auch Sicherheitskräfte verwickelt

Mexiko-Stadt - Zwei Mitglieder einer Verbrecherbande haben gestanden, 17 der 43 seit Tagen in Mexiko vermissten Studenten getötet zu haben. Die Kämpfer der kriminellen Organisation Guerreros Unidos und ein städtischer Polizist hätten die Ermittler zu dem Massengrab nordwestlich der Stadt Iguala geführt, sagte Inaky Blanco, Staatsanwalt des Bundesstaates Guerrero, am Sonntag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.

Die Verdächtigen hätten ihre Beteiligung an der Tat eingeräumt. In den Massenmord an den Studenten sind offenbar auch die Sicherheitskräfte verwickelt: Der Sicherheitschef von Iguala habe angeordnet, die Studenten an den Ort des Massengrabs in Pueblo Viejo zu bringen. Der Mordauftrag sei vom Regionalchef der Guerreros Unidos gekommen, sagte Blanco.

28 Leichen in Massengrab

Insgesamt wurden in Pueblo Viejo 28 Leichen gefunden. Einige seien verstümmelt und verbrannt gewesen, sagte Blanco. Ob es sich bei den nun entdeckten Leichen um die Vermissten handelte, konnte noch nicht zweifelsfrei geklärt werden. Die Untersuchungen würden bis zu zwei Monate dauern, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Die Festgenommenen hätten zudem über Kontakte der örtlichen Polizei zu den Guerreros Unidos berichtet. Die Bande wurde einst als bewaffneter Arm des Drogenkartells Beltran Leyva gegründet und dürfte mittlerweile auf eigene Rechnung arbeiten.

30 Polizisten festgenommen

Die Hochschüler sind seit einer Protestaktion am 26. September in Iguala verschwunden. Dabei hatten Lehramtsstudenten mehrere Busse gekapert. Bei einem Polizeieinsatz gegen die Demonstranten wurden zwei Studenten erschossen und 25 Menschen verletzt. Wegen des brutalen Polizeieinsatzes nahmen die Behörden 30 Beamte fest.

Das Lehrerseminar Ayotzinapa gilt als politisch links und besonders aktiv bei politischen Protesten. Die meisten Studenten stammten aus einfachen Verhältnissen und sind Indios. Nach den Zusammenstößen wurden dutzende Lehramtsstudenten vermisst.

Angehörige protestieren

Unterdessen protestierten Angehörige der Vermissten vor der Residenz von Guerreros Gouverneur Ángel Aguirre. "Warum ist Präsident Peña Nieto nicht hier? Es sind 43 und nicht zwei Opfer, und es sind keine Straftäter, sondern Studenten", kritisierte der Vater eines Studenten.

Guerrero gilt als der gefährlichste Bundesstaat Mexikos. Mit 61,59 Morden je 100.000 Einwohnern liegt die von der Drogenkriminalität erschütterte Region, in der sich auch der beliebte Ferienort Acapulco befindet, noch weit vor den Rauschgifthochburgen Sinaloa, Michoacán und Tamaulipas. (APA, 6.10.2014)

  • Mitglieder der mexikanischen Polizei fanden das Massengrab.
    foto: epa/str

    Mitglieder der mexikanischen Polizei fanden das Massengrab.

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