Keine großen Überraschungen bei Bosnien-Wahl zu erwarten

5. Oktober 2014, 08:23
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Demokratische Front führt in Bosniakisch-Kroatischer Föderation, Dodik-Partei im serbischen Landesteil

Sarajevo - Die in Bosnien anstehenden Wahlen werden laut Umfragen keine großen Überraschungen mit sich bringen. Über eine Niederlage von Präsident Milorad Dodik im serbischen Landesteil gegen den Oppositionskandidaten Ognjen Tadic gibt es bisher lediglich vage Spekulationen.

Im größeren Landesteil, der Bosniakisch-Kroatischen Föderation, liegt die vor eineinhalb Jahren gebildete Demokratische Front (DF) seit einigen Monaten in den Meinungsumfragen vorne. Ihr Chef, Zeljko Komsic, ein früherer Spitzenfunktionär der Sozialdemokratischen Partei (SDP), verbrachte die vergangenen acht Jahre als Vertreter der kroatischen Volksgruppe im Staatspräsidium. Als neue Kraft kann die DF daher kaum betrachtet werden.

SNSD kann mit rund 34 Prozent rechnen

Den Umfragen zufolge kann die DF am Wahlsonntag in der Föderation mit etwa 18 Prozent der Stimmen rechnen, gefolgt von der Partei der Demokratischen Aktion (SDA) mit 15 Prozent. Die SDP, die vor vier Jahren Wahlsiegerin in der Föderation war, kommt auf gut elf Prozent, der Bund für eine Bessere Zukunft (SBB) auf circa neun Prozent.

In der kleineren Entität, der Serbischen Republik (Republika Srpska), soll laut den vorliegenden Umfragen der Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) Dodiks seine Führungsposition behalten.

Demnach kann der SNSD mit etwa 34 Prozent der Stimmen rechnen. Das wäre um vier Punkte weniger als 2010. Die führende Oppositionskraft, die Serbische Demokratische Partei (SDS) mit Tadic als regionalem Präsidentschaftskandidaten, kommt auf 21 Prozent gegenüber 19 im Jahre 2010. Weit zurück liegen die Partei des Demokratischen Fortschrittes (PDP) - vier Prozent, die Serbische Radikale Partei (SRS) - drei Prozent sowie das Demokratische Volksbündnis (DNS) - zwei Prozent.

Einer früheren Umfrage zufolge sind etwa zwei Drittel der Bürger Bosnien-Herzegowinas mit der wirtschaftlichen und politischen Situation im Land unzufrieden. Die Bürgervereinigung "Warum nicht" ist aufgrund eigener Untersuchungen zum Schluss gekommen, dass die derzeit regierenden Parteien seit den bisher letzten Wahlen im Oktober 2010 nur etwa drei Prozent ihrer damaligen Wahlversprechen erfüllt haben. (APA, 5.10.2014)

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