Philippinen: Abu Sayyaf droht mit Ermordung deutscher Geiseln

4. Oktober 2014, 16:50
144 Postings

Paar im April von Segelyacht verschleppt - Entführer drohen mit Enthauptung

Manila - Zwei Deutsche in Gewalt der philippinischen Islamistengruppe Abu Sayyaf haben sich in einem Radiointerview über ihre schweren Haftbedingungen beklagt. Der 74 Jahre alte Mann und seine 55-jährige Partnerin sagten dem Lokalsender DXRZ am Samstag, sie lebten in ständiger Angst zu sterben.

Es gebe überall Moskitos, sie schliefen draußen im kühlen Dschungel und ihre Wächter säßen mit Maschinengewehren an ihrer Seite. "Es wird jeden Tag schlimmer", sagte die Frau auf Englisch. Sie sei auch besorgt, weil ihr herzkranker Mann keine medizinische Behandlung erhalte. Er sei sehr schwach, bestätigte der 74-Jährige. "Ich kam für einen schönen Urlaub her, aber das Gegenteil von Urlaub ist das, was ich hier erlebe."

Appell

Die beiden Geiseln appellierte an die deutsche und philippinische Regierung, alles dafür zu tun, dass sie so bald wie möglich freigelassen würden. Ihre Familien grüßten sie mit der Hoffnung, "sie bald zu sehen".

Der Lokalsender DXRZ arbeitet in Zamboanga City im Süden des Inselstaates. Zunächst hatte ein Abu-Sayyaf-Vertreter mit dem Sender gesprochen und dann die Geiseln selbst über ihre Gefangenschaft berichten lassen.

Die beiden Deutschen waren im April von ihrer Segelyacht östlich der Philippinen entführt worden. Die Entführer von Abu Sayyaf verlangen Lösegeld. Außerdem fordern sie, dass Deutschland seine Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einstellt. Die Entführer haben eine Frist bis zum 17. Oktober gesetzt. Sie drohen, mindestens eine Geisel zu enthaupten, falls ihre Bedingungen nicht erfüllt würden. (APA, 4.10.2014)

  • Die beiden Deutschen wurden im April von ihrem Segelboot entführt.
    foto: apa/epa

    Die beiden Deutschen wurden im April von ihrem Segelboot entführt.

Share if you care.