Private WLAN-Hotspots blockiert: Geldstrafe für Hotelkette Marriott

4. Oktober 2014, 16:38
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Reue zeigt das Unternehmen jedoch keine und will die Maßnahmen weiterführen

600.000 US-Dollar Geldstrafe muss die Hotelkette Marriott an die US-Kommunikationsbehörde FCC zahlen, weil zumindest in einem Hotel private WLAN-Hotspots geblockt wurden. Im konkreten Fall geht es um das Gaylord Opryland Hotel and Convention Center in Tennessee, welches von der Hotelkette geführt wird. Der Internetzugang ist in einer 18 Dollar teuren Tagesgebühr inbegriffen, möchte man jedoch Internet mit akzeptabler Geschwindigkeit werden sieben Dollar pro Tag zusätzlich fällig. Für private Netzwerke werden zwischen 250 bis zu 1000 US-Dollar verlangt. Nachdem einigen Hotelgästen aufgefallen war, dass die WLAN-Hotspots im Hotel nicht funktionierten, ermittelte die FCC nach einer Anzeige, woraufhin Marriott gestand, dass WLAN-Störer im Hotel genutzt worden waren.

Eigenes WLAN für Blockade verwendet

Dies verstößt allerdings gegen die Bestimmungen zum Einsatz von "Jammern", die WLAN-Funkverbindungen stören. Im Gaylord-Hotel waren allerdings keine Störsender im klassischen Sinn, sondern das eigene WLAN boshaft im Einsatz, welches Datenpakete mit gefälschten MAC-Adressen verschickte. Dadurch wurde die Verbindung zwischen Client und dem Hotspot so gestört, dass diese automatisch gekappt wurde. Bei dem Skript "Glasshole.sh", welches die Google-Datenbrille Glass aus WLANs wirft, kommt ähnliche Technik zum Einsatz.

Keine Reue von Marriott

Reue zeigt die Hotelkette keine, in einer Stellungnahme wurde bekannt gegeben, dass "Marriott großes Interesse daran hat, dass die Gäste das Hotel-WLAN verwenden". Weiters schreibt das Unternehmen, dass sie die Maßnahmen im Gaylord-Hotel "für rechtmäßig befinden". Lobbying soll schlussendlich dafür sorgen, dass die WLAN-Blockade wieder angewendet werden kann. (red, derStandard.at, 04.10.2014)

Update: Der Absatz über die WLAN-Preise wurde richtiggestellt.

  • Im Gaylord Opryland Hotel and Convention Center von Marriott waren persönliche Hotspots unerwünscht.
    foto: ap/humphrey

    Im Gaylord Opryland Hotel and Convention Center von Marriott waren persönliche Hotspots unerwünscht.

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