Schiffe gesunken: 130 Flüchtlinge vermisst

3. Oktober 2014, 20:03
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120 Migranten konnten gerettet werden, zehn Leichen geborgen

Rom - Zwei Flüchtlingsschiffe sind am Donnerstag drei Seemeilen von der libyschen Küste entfernt gesunken. Dabei sollen bis zu 130 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein, berichtete der italienische Rat für Flüchtlinge (CIR).

Laut CIR-Direktor Christopher Hein befanden sich insgesamt 250 Menschen an Bord der beiden Flüchtlingsboote. 120 Migranten wurden gerettet, zehn Leichen wurden geborgen. 130 gelten noch als vermisst.

"Migrantenboote können nicht einmal wenige Seemeilen fahren"

"Wir müssen leider feststellen, dass die Lage in Libyen so schwierig ist, dass Migrantenboote nicht einmal wenige Seemeilen fahren können. Sollten nicht sofort auch in Libyen dringende Maßnahmen ergriffen werden, droht die Zahl der Todesopfer im Mittelmeer weiterhin zu steigen", so Hein.

Auf Lampedusa fanden am Freitag Gedenkveranstaltungen statt für die mehr als 360 Toten des Unglücks vom 3. Oktober 2013 vor der süditalienischen Insel, die zwischen Sizilien und Tunesien liegt. An der Gedenkveranstaltung auf der Mittelmeerinsel nahm neben EU-Parlamentspräsident Martin Schulz auch Italiens Außenministerin und designierte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teil. Vor einem Jahr war ein mit mehr als 500 Menschen völlig überfülltes Boot vor einer Nachbarinsel gekentert. Die Katastrophe hatte große Bestürzung ausgelöst. (APA, 3.10.2014)

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