Burek und Pandabären

3. Oktober 2014, 19:11
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Das Kino aus Zentral- und Osteuropa steht im Zentrum des Wiener "Let‘s CEE"-Filmfestivals. István Szabó erhält einen Ehrenpreis

Wien – Von Albanien bis Weißrussland, von Tschechien bis in die Türkei – noch bis 11. Oktober lädt das diesen Donnerstag eröffnete "Let’s CEE"-Festival ein, in den Wiener Kinos Urania, Actor’s und Village die filmische Vielfalt aus Zentral- und Osteuropa (CEE) zu entdecken. Besonders motivierte Filmfreunde können heuer mit dem Erwerb eines Festivalpasses erstmals Heizkosten im Eigenheim sparen und sich bis zur Abschlussfeier jeden Tag im Kinosaal einnisten.

In zwei Retrospektiv-Reihen ist beispielsweise Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel oder Christi Puius Der Tod des Herrn Lazarescu auf der großen Leinwand wiederzusehen. Zudem gibt es eine Schiene für Debütfilme, Specials zu den Themen Kommunismus und Liebe sowie einen Polen-Schwerpunkt.

Ein Großteil der Musik spielt freilich im Wettbewerbsprogramm für Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. In der rumänisch-ungarischen Produktion Roxanne beispielsweise erfährt ein Mann aus seiner Securitate-Akte von seiner möglichen Vaterschaft, Come to My Voice begleitet dagegen ein kurdisches Oma-Enkelin-Gespann auf der Suche nach einer nicht existenten Waffe.

Pipeline, einer von mehreren Dokumentarfilmen, die von Problemlagen nach dem Zerfall der UdSSR zeugen, folgt den Rohren der Urengoi-Pomary-Uschhorod-Erdgastrasse durch sieben Länder, während im Kurzfilmprogramm anhand animierter Pandas gezeigt wird, wie der Mensch mit der Natur umgeht.

Den Preis für das Lebenswerk erhält der ungarische Regie-Altmeister István Szabó (Oberst Redl). Sein Vorgänger, der kroatisch-stämmige Hollywood-Produzent Branko Lustig, leitet nicht nur wie unter anderen Szabó und Puiu einen Workshop, sondern wird auch mit STANDARD-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid und Historiker Oliver Rathkolb im Zuge einer Podiumsdiskussion Über den richtigen Umgang mit dem nachhaltigen Erinnern und Gedenken sprechen. (Dorian Waller, DER STANDARD, 4.10.2014)

Bis 11. 10.

Link

www.letsceefilmfestival.com

  • Oma und Enkelin auf der Suche nach dem Gewehr des Vaters: der kurdische Film "Come to My Voice".
    foto: let's cee / asi film

    Oma und Enkelin auf der Suche nach dem Gewehr des Vaters: der kurdische Film "Come to My Voice".

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