Volksbanken: Die Schlechten ins Kröpfchen

Kommentar3. Oktober 2014, 17:37
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Finanzminister Hans Jörg Schelling sollte als Eigentümervertreter der teilstaatlichen Bank rasch erklären, wie er den potenziellen Schaden für den Steuerzahler begrenzen will

Die Volksbanken werden es aus eigener Kraft schaffen. Die von ÖVAG-Chef Stephan Koren stammende Mitteilung wäre im Prinzip eine gute Nachricht. Der Banker fährt seit zwei Jahren einen rigorosen Sanierungskurs und hat nun offenbar auch den Sektor zur Räson gebracht. Doch letztlich bleibt die Ansage ein Versprechen, dessen Erfüllung in den Sternen steht. Es lässt sich heute schwer abschätzen, ob und zu welchen Preisen in der ÖVAG deponierte "Assets" verwertbar sind.

Gelingt das Unterfangen nicht, wird wieder der Staat einspringen müssen, der schon 1,3 Milliarden Euro in die Bank gepumpt hat und an der Bad Bank beteiligt bleibt. Finanzminister Hans Jörg Schelling sollte als Eigentümervertreter der teilstaatlichen Bank nun rasch erklären, wie er den potenziellen Schaden für den Steuerzahler begrenzen will. Als früherer Aufsichtsratspräsident der ÖVAG ist er ja bestens über die Risiken im Bilde. Auch wenn Schelling keine Ratschläge benötigt, hier zwei höflich gemeinte Erinnerungen: Sollten Korens Abbaupläne nicht aufgehen, wären Nachschusspflichten der Volksbanken wichtig; nach der teuren Unterlassung bei der Hypo-Verstaatlichung sollten diesmal unbedingt Gewährleistungsansprüche vereinbart werden; Rechtsrisiken (Sberbank) obliegen dem Sektor.

So kann verhindert werden, dass der Volksbanken Lieblingsspiel weitergeht, das da lautet: die Guten ins eigene Töpfchen, die Schlechten ins staatliche Kröpfchen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 4.10.2014)

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