Debüt von Verstappen, Vorsitz von Wurz

3. Oktober 2014, 16:49
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Der erst 17-jährige Max Verstappen debütierte im Training des GP von Japan. Gelernt hat er auch auf der Playstation

Suzuka/Wien - Max Verstappen hatte soeben Geschichte gefahren, er hat drei Tage nach seinem 17. Geburtstag den Rekord als jüngster Pilot der Königsklasse pulverisiert. Doch der Teenager wirkte in Suzuka, als könne er die ganze Aufregung nicht verstehen. "Mit 14 Jahren", sagte der Niederländer grinsend, mit 14 Jahren wäre man wohl zu jung für ein Debüt in der Formel 1. Aber 17 Jahre und drei Tage? "Alter ist sowieso nur eine Zahl, das interessiert mich nicht besonders", sagte Verstappen. Zudem sei seine Generation doch "mit der ganzen Technik aufgewachsen: Wir spielen ja Playstation, da gibt es auch viele Knöpfe. Wie in der Formel 1."

Im ersten freien Training für den Grand Prix von Japan am Sonntag in Suzuka (8 Uhr, ORF 1) wurde der Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen im Toro Rosso Zwölfter, im Qualifying und im Rennen sitzt aber schon wieder der Franzose Jean-Eric Vergne im Boliden.

Traditionell dominierte Mercedes, Lewis Hamilton war ein bisserl schneller als Nico Rosberg. Ohne große Fehler spulte Verstappen die Session ab, wenige Runden vor dem Ende streikte der Motor. "Ein Formel-1-Auto ist nie einfach zu fahren, zumindest für mich nicht. Es geht jetzt erst einmal um Sicherheit. Ich muss Vertrauen aufbauen."

Noch keinen Führerschein

Der bisherige Rekordhalter war Weltmeister Sebastian Vettel, und der brachte es 2006 immerhin auf 19 Jahre und 53 Tage. Vettel wurde in Suzuka nach dem größten Unterschied zu Verstappen gefragt. "Ich konnte selbst vom Hotel zur Strecke fahren, Max hat ja noch keinen Führerschein." Auch darauf reagierte der Niederländer schlagfertig. Sein Leben als Beifahrer störe ihn derzeit nicht, "da kann ich ein bisschen schlafen". Selbstbewusst, aber bodenständig wirkt Verstappen, und so langsam bekommt die Formel 1 einen Eindruck davon, warum Red Bull ihn schon für die kommende Saison als Stammpilot in den Ausbildungsrennstall Toro Rosso holt. Vettel sieht angesichts des frühen Starts zwar durchaus "eine Grenze, Max ist tatsächlich überaus jung. Aber er hat schon viel Rennerfahrung gesammelt, und sein Talent ist offensichtlich."

Quasi Erster

Der 40-jährige Alexander Wurz fährt schon lange nicht mehr Formel 1, er tat es zwischen 1997 und 2007. Der Niederösterreicher bestritt 69 Rennen, wurde dreimal Dritter. Nun ist er quasi Erster, denn die Piloten wählten ihn zum Vorsitzenden der Fahrervereinigung "Grand Prix Drivers Association" (GPDA). Wurz ersetzt den Spanier Pedro de la Rosa.

Vettel über seinen neuen Personalvertreter: "Er ist großartig, erfahren, voller positiver, neuer Ideen." Wurz, der Langstreckenrennen fährt, wurde nicht konkret: "Mit dem Rückhalt der Fans wird die GPDA versuchen, einen dynamischeren und positiveren Einfluss auf die Zukunft unseres Sports zu nehmen." (sid, red, DER STANDARD, 04./05.10.2014)

  • Der Niederländer Max Verstappen wird mangels Führerscheins vom Hotel zur  Rennstrecke chauffiert. "Als Beifahrer kann ich ein bisschen schlafen,  das gefällt mir ganz gut."
    foto: epa/suki

    Der Niederländer Max Verstappen wird mangels Führerscheins vom Hotel zur Rennstrecke chauffiert. "Als Beifahrer kann ich ein bisschen schlafen, das gefällt mir ganz gut."

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