Register soll schweren Asthmatikern helfen

3. Oktober 2014, 15:48
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Neue Erkenntnisse sollen aus anonymisierten Daten für schwer behandelbare Erkrankungsformen gewonnen werden

Rund 8.000 bis 15.000 Menschen leiden in Österreich an schwerem Asthma, das oft nur unzureichend unter Kontrolle gebracht werden kann. Das "Österreichische Netzwerk für schweres Asthma" (ASA-NET), das von der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG) initiiert worden ist, soll zur Verbesserung ihrer Situation beitragen.

"Die Häufigkeit von schweren Verlaufsformen wird auf etwa fünf Prozent der Patienten mit Asthma geschätzt. Die aktuelle Versorgungsanalyse zeigt, dass die Häufigkeit stark altersabhängig ist und bei Kindern und Jugendlichen deutlich geringer sein dürfte", sagt der Pneumologe und ASA-NET-Koordinator Daniel Doberer.

Aufwendige Maßnahmen

Betroffene benötigen oft aufwendige diagnostische Maßnahmen, die Behandlung ist ebenso aufwendig. Doch bei vielen Betroffenen kann mit den derzeitigen Therapie-Möglichkeiten keine zufriedenstellende Kontrolle der Erkrankung erreicht werden. Trotz der über 2.000-jährigen Geschichte des Asthma wird die Erkrankung heute noch immer unzureichend verstanden.

Mittlerweile existiert, so der Experte, der derzeit am Asthma Institute in Pittsburgh in den USA forscht, zumindest eine klinische Definition des schweren Asthma durch die europäische und die amerikanische Lungengesellschaft (ERS und ATS): Unter schwerem Asthma leiden Patienten, bei denen trotz einer hochdosierten Therapie mit inhalierbarem Kortison und entsprechenden bronchienerweiternden Medikamenten keine ausreichende Kontrolle des Asthma erreicht wird.

"Überproportional sind von schwerem Asthma gemäß der vorgeschlagenen Definition zumeist Erwachsene betroffen, bei denen die Krankheit relativ spät aufgetreten ist. Häufiger sind es Frauen", sagt Doberer. Die Patienten haben oft eine verringerte Lungenfunktion. Hinzu kommen oft bestimmte immunologische Charakteristika, nasale Polypen oder auch eine Aspirin-Intoleranz. Dies ist bei Kindern nur selten der Fall.

Online-Datenbank

ASA-NET (Austrian Servere Asthma Net) betreibt eine Online-Datenbank, in die spezialisierte Zentren und Fachärzte mit Asthma-Schwerpunkt Informationen über Patienten anonymisiert einbringen können. Dadurch soll mehr Wissen über schweres Asthma generiert werden. Gleichzeitig soll die genauere Beschreibung der einzelnen Erscheinungsbilder zu einer besseren, individuelleren Therapie führen. ASA-NET kooperiert mit einer ähnlichen Einrichtung in Deutschland, dem Netzwerk "GAN".

"Derzeit nehmen österreichweit zehn Spezialambulanzen und fünf niedergelassene Lungenfachärzte am ASA-Net teil. Beim ersten Meeting im Juni dieses Jahres wurden bereits die ersten Register-Daten von knapp 30 Patienten präsentiert. Es zeigte sich, dass die schweren Verlaufsformen eher ältere Patienten (mittleres Alter: 57 Jahre) und sowohl allergische als auch nicht-allergische Asthma-Typen betreffen", sagt der Pneumologe.

Es gibt aber auch Mischformen. Wie schwer diese Verlaufsformen oft sind, zeigt sich auch darin, dass bei 75 Prozent der in das Register aufgenommenen Kranken keine ausreichende Kontrolle der Erkrankung gegeben war. In Zukunft sollen die Informationen aus ASA-NET eine zielgerichtete Therapie der Patienten fördern helfen. Das können zusätzlich zur herkömmlichen Behandlung beispielsweise immunologisch wirksame Strategien wie monoklonale Antikörper oder bestimmte immunsupprimierende Arzneimittel sein. (APA, derStandard.at, 3.10.2014)

  • Ein neues Register soll bei der Asthma-Forschung helfen.
    foto: stephanie pilick/dpa/apa

    Ein neues Register soll bei der Asthma-Forschung helfen.

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