Wie weit kommt er wirklich: Der BMW i3 im Reichweitentest

Userartikel6. Oktober 2014, 11:11
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User Johannes Liebermann begibt sich mit dem i3 auf die Autobahn und prüft die Reichweite auf Herz und Nieren

Die wohl brennendste und spannendste Frage eines E-Mobilitätstesters habe ich mir für diesen Blog aufgehoben: Wie weit komme ich unter welchen Bedingungen? BMW verspricht eine Reichweite von 160 Kilometern. Die iRemote-App verrät mir, dass die BMW-Community im Durchschnitt 140 Kilometer schafft. Ich würde nach meinen persönlichen Erfahrungen mit dem i3 von einer realistischen Reichweite zwischen 100 und 120 Kilometern sprechen, über die ich mich ohne großartiges Vorausplanen trauen würde.

"Heizen" auf der Autobahn

Der i3 und eigentlich alle rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge sind definitiv für die Stadt konzipiert, daher ist die Autobahn für sie eine eher feindliche Umgebung. Ich wage es aber trotzdem und teste den Wagen außerhalb seiner Wohlfühlzone: dem urbanen Umfeld. Dafür muss ich mich jedoch an diverse Spielregeln halten, um das Ziel mit der von BMW angezeigten Reichweite zu erreichen.

1. Tempo runter! Es ist wie mit einem ferngesteuerten Spielzeugauto: Fährt man auf Halbgas, kann man zehn Minuten Spaß haben, fährt man Vollgas, nur mehr die Hälfte der Zeit. Also unter der Woche einen Lkw suchen, der nicht gerade 100 km/h fährt (recht schwer zu finden), am Wochenende bieten sich alte VW Käfer an. Hat man seinen "Pacemaker" gefunden, stellt man den Tempomat auf 80 (Stundenkilometer leider, nicht Meilen) und bewegt sich fortan im "Cruising Mode" über die Autobahn.

2. Fenster runter und dementsprechend die Kleidung adjustieren! Lüftung wird vom Akku gerade noch so toleriert, Klimaanlagen benötigen seit jüngerer Zeit auch schon recht wenig Energie. Aber auf keinen Fall heizen, denn da es keine natürliche Abwärme eines Verbrennungsmotors gibt, zwingt man den Akku und damit verbunden die Reichweite mit der Wärmeerzeugung in die Knie.

3. Verbraucher aus! Heckscheibenheizung, Scheibenwischer, Sitzheizung, Abblendlicht betätige ich nur, wenn ich weiß, dass ich schon am Heimweg zur Ladestation bin und noch über genügend Restreichweite verfüge.

Fazit

Von einer komfortablen rein elektrischen Fortbewegung auf der Autobahn kann ich nur bei der Heimreise Richtung Ladestation sprechen. Sonst heißt es eher Kompromisse eingehen und verdammt gut im Voraus planen. Übrigens: Wie im Bild ersichtlich hat die Rekordfahrt gesamt 119,2 Kilometer angedauert. (Johannes Liebermann, derStandard.at, 6.10.2014)

Hinweis: Die Autos wurden von den jeweiligen Herstellern für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt, der Kooperationspartner Smatrics bietet den Strom für die Elektrofahrzeuge an. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Users wieder.

  • So sieht die iRemote-Statistik aus.
    foto: johannes liebermann

    So sieht die iRemote-Statistik aus.

  • Johannes Liebermanns Rekordfahrt dauerte 119,2 Kilometer an.
    foto: johannes liebermann

    Johannes Liebermanns Rekordfahrt dauerte 119,2 Kilometer an.

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