Facebook darf WhatsApp übernehmen

3. Oktober 2014, 12:09
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Das soziale Netzwerk will 19 Milliarden Dollar für die Nachrichten-App ausgeben, es ist Facebooks größter Zukauf bisher

Brüssel/Menlo Park - Grünes Licht für die Übernahme des Nachrichtendiensts WhatsApp durch Facebook: Das soziale Netzwerk darf die beliebte Anwendung für Smartphones ohne Auflagen übernehmen, entschied die EU-Kommission am Freitag.

Zwar bieten beide Unternehmen Apps für Mobiltelefone an, durch die Verbraucher miteinander Textnachrichten und Fotos austauschen können. Die beiden Dienste seien aber "keine engen Wettbewerber", zudem gebe es auch nach einem Zusammenschluss noch eine große Auswahl an Alternativen, begründeten die Wettbewerbshüter den Beschluss.

Wettbewerb nicht beeinträchtigt

"Facebook Messenger und WhatsApp sind zwar zwei der beliebtesten Apps, aber die meisten Menschen nutzen ohnehin mehr als eine App", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. "Wir haben die geplante Übernahme sorgfältig geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie den Wettbewerb auf diesem dynamischen, expandierenden Markt nicht beeinträchtigen wird."

Facebook hatte im Februar den Kauf von WhatsApp angekündigt. Das soziale Netzwerk will 19 Milliarden Dollar (aktuell 15 Milliarden Euro) in bar und in Aktien zahlen. Die US-Behörden hatten schon im April grünes Licht gegeben. Der Kauf ist Facebooks bisher größte Übernahme. Dadurch dürfte der Konzern auf dem Markt mit mobilen Angeboten noch stärker werden.

Mehr Geld mit Werbung

Das weltgrößte Internet-Netzwerk mit mittlerweile 1,32 Milliarden Nutzern nahm zuletzt mit Werbeanzeigen deutlich mehr Geld ein. Deswegen schnellte der Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 140 Prozent in die Höhe und summierte sich auf 791 Millionen Dollar (587 Millionen Euro).

Weltweit nutzen 500 Millionen Menschen regelmäßig den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Für Österreich sind keine genauen Userzahlen bekannt, Branchenexperten zufolge dürfte es aber mehr als eine Million Menschen geben, die die SMS-Alternative nutzen. (APA/red, derStandard.at, 3.10.2014)

  • Facebook hatte im Februar den Kauf von WhatsApp angekündigt.
    foto: apa/pleul

    Facebook hatte im Februar den Kauf von WhatsApp angekündigt.

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