Zweiter Ebola-Patient wird in Frankfurt behandelt

3. Oktober 2014, 06:18
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Arzt aus Uganda hatte für italienische Hilfsorganisation gearbeitet und sich in Sierra Leone infiziert

Frankfurt am Main – Deutschland hat einen zweiten Ebola-Patienten aufgenommen. Der Arzt kam Freitag früh mit einem Ambulanzflug in Frankfurt an, wo er auf der Isolierstation der Uniklinik behandelt wird. Der Mann aus Uganda habe für eine italienische Hilfsorganisation gearbeitet und sich in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus infiziert, sagte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner am Freitag in Wiesbaden.

Den Flug nach Frankfurt hatte der erkrankte Arzt in einem sogenannten Inkubationszelt verbracht. Der Infizierte sei zwar sehr angestrengt nach dem Flug, habe diesen aber den Umständen entsprechend gut überstanden, sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, Professor Rene Gottschalk. Der Arzt sei in einem sehr ernsten, aber stabilen Zustand, sagte der Oberarzt der Infektiologie am Universitätsklinikum in Frankfurt, Timo Wolf. Seine Therapie bestehe "aus der Gabe von Flüssigkeit, der Unterstützung seines Kreislaufs, gegebenenfalls auch der Atmung und der Nierenfunktion".

Abflug verzögert

Am Donnerstag hatte sich der Flug zunächst verzögert, weil der Mann nicht transportfähig war. Die italienische Hilfsorganisation sei mit der Bitte um Hilfe über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an das deutsche Außenministerium herangetreten, erklärte Grüttner.

Weiterer Ebola-Patient in Hamburg behandelt

Bereits Ende August war ein Ebola-Patient aus Westafrika nach Deutschland gekommen und zur Behandlung in die Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf gebracht worden. An der seit dem Frühjahr in mehreren westafrikanischen Staaten grassierenden Seuche sind nach UN-Angaben bereits mehr als 3300 Menschen gestorben.

Weltweit tauchen immer wieder Gerüchte auf, wonach das Ebola-Virus leichter übertragen werden könnte als bisher angenommen. Das stimmt laut dem Leiter des Departments für Virologie der MedUni Wien, Franz X. Heinz, nicht: "An den möglichen Übertragungswegen durch Blut, Körperflüssigkeiten etc. hat sich nichts geändert. Bei Ebola-Viren gibt es keine Tröpfcheninfektionen wie bei Influenza durch respiratorische Sekrete (Niesen etc.). Das ist bei Ebola nicht der Fall." Natürlich könne das Virus aber bei Zwischenfällen mit kontaminiertem Material zu Ansteckungen führen. Heinz: "Aber es bleibt bei den primären Übertragungswegen, die bekannt sind." (APA, Reuters, red, 3.10.2014)

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