Pannen im Verteidigungsressort: Minister Ahnungslos

Kommentar2. Oktober 2014, 17:38
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Offenbar wird Verteidigungsminister Gerald Klug von den eigenen Leuten nicht ernst genommen

Verteidigungsminister Gerald Klug musste erst einmal im eigenen Haus nachfragen, ob da irgendwas mit den Eurofighter sei. Immerhin hatten etliche Medien über grobe Mängel berichtet, Deutschland setzt sogar die Abnahme von weiteren Eurofighter-Modellen aus. Und tatsächlich: Der Hersteller hatte auch das Verteidigungsministerium in Wien informiert. Die Militärmenschen dort hatten es allerdings nicht für notwendig erachtet, auch den Minister ins Vertrauen zu ziehen.

Das ist peinlich - vor allem für den Minister. Offenbar wird er von den eigenen Leuten nicht ernst genommen. Er hat sein Haus nicht im Griff. Möglicherweise ist das auch eine Form von passivem Widerstand, den ob des Sparkurses frustrierte Generäle gegen den Minister anwenden. In einem Apparat, in dem Hierarchie, Disziplin und Gehorsam eine derart große Rolle spielen wie beim Militär, ist das eine besonders fiese Form, den Chef zu desavouieren.

Der Verteidigungsminister muss jetzt den Sparkurs im Bundesheer verhandeln und kommunizieren. Nicht nur die eigenen Leute im Ministerium, auch die ÖVP stellt - unter Druck der Landeshauptleute - einen Baum auf. Ob Klug der Richtige ist, das durchzuziehen? Das Vertrauen in ihn ist jedenfalls schwer erschüttert.

Übrigens: Am Donnerstag musste ein Eurofighter in Innsbruck notlanden. Vielleicht kann irgendwer dem Minister Bescheid geben. (Michael Völker, DER STANDARD, 3.10.2014)

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