Wieder keine Einigung im Gasstreit Moskau - Kiew

2. Oktober 2014, 17:19
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Neue Verhandlungsrunde möglicherweise kommende Woche in Berlin

Berlin/Brüssel - Eine von der EU-Kommission bis Ende der Woche angestrebte Lösung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat sich zerschlagen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte zuvor gehofft, dass beide Seiten an diesem Freitag in Brüssel ein "Winterpaket" unterzeichnen. Damit sollte die Gasversorgung Europas und der Ukraine bis Ende März 2015 gesichert werden.

Wie ein Kommissionssprecher nun in Berlin mitteilte, trifft Vermittler Oettinger am Freitag in der belgischen Hauptstadt zwar den ukrainischen Energieminister Juri Prodan. Dessen russischer Amtskollege Alexander Nowak kommt jedoch nicht. Eine neue Verhandlungsrunde könnte in der nächsten Woche stattfinden, möglicherweise in Berlin.

Ein Kompromissvorschlag von Oettinger sieht vor, dass die Ukraine bis Jahresende in zwei Raten insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar (2,45 Mrd Euro) an Altschulden bei den Russen bezahlt, umgekehrt liefert Russland bis Ende März verbindlich Gas zu einem Preis von 385 US-Dollar (ca. 303 Euro) je 1000 Kubikmeter.

Kiew bekommt seit Juni aus Russland kein Gas mehr und deckt sich zum Ärger Moskaus über Umwege bei Nachbarländern mit russischem Gas ein. Viele südosteuropäische EU-Staaten, aber auch Finnland und das Baltikum, sind fast komplett von russischem Gas abhängig. Die Ukraine ist wichtigstes Gas-Transitland nach Westen. (APA, 2.10.2014)

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