Was tun, Mann?

2. Oktober 2014, 17:00
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Young Jean Lee zeigt die Nöte der "Straight White Men"

Graz - Wenn es eine Disziplin gibt, die prädestiniert ist, sich mit geschlechtsspezifischen Rollenbildern herumzuschlagen, dann das Theater - schließlich ist hier alles Rolle, schlüpft jeder Schauspieler, jede Schauspielerin Abend für Abend in eine andere.

Young Jean Lee, Wunderkind der zeitgenössischen amerikanischen Dramatik und von der New York Times ebenso gerühmt wie vom New Yorker, nimmt sich mit ihrer Young Jean Lee's Theater Company auch der (Neu-)Verhandlung der Geschlechterrollen an und geht dabei neue, oft abenteuerliche, aber immer unterhaltsame Wege.

Darin erinnert sie vielleicht an William Shakespeare, dessen Figuren bisweilen selbst die Grenzen eindeutiger Geschlechtsidentität überschreiten. Immerhin hat Young Jean Lee sich an der Universität mit Shakespeare beschäftigt, bevor sie relativ spontan beschloss, Dramatikerin zu werden.

Mit ihrer Theater Company war sie bereits 2012 zu Gast beim Steirischen Herbst, wo sie die Untitled Feminist Show zeigte. Darin traten sechs New Yorker Theater-, Tanz- und Neo-Burlesque-Stars durchgehend nackt auf, um zu zeigen, dass ein Körper allein noch keine Identität macht. Nun kommen die Männer an die Reihe, bleiben dabei allerdings alle bekleidet: Das Stück Straight White Men ist sehr viel klassischer aufgebaut, orientiert sich in Ausstattung und Darstellung an traditionellen Bühnenstücken.

Behandelt wird darin aber das Gegenteil: Wie gehen (heterosexuelle, weiße) Männer damit um, dass die traditionelle "Männerrolle" an Verbindlichkeit verliert und ihre Privilegien zunehmend einer Rechtfertigung bedürfen? Wie können sie sich in dieser veränderten Welt richtig verhalten - und dabei sich selbst treu bleiben? Die Antworten darauf dürften auch Frauen interessieren. (Andrea Heinz, Spezial, DER STANDARD, 03.10.2014)

Oprheum, 10. und 11. 10., 19.30; 12. 10., 17.30


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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