Textperformance: Held des Widerspruchs

2. Oktober 2014, 17:00
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Albrecht und Steinbuch über die Ambivalenz Batmans

Graz - Woher weiß man, wer die Guten und wer die Bösen sind? Bei Superheldengeschichten war als Kind noch alles klar, da gab es außerdem Mutter und Vater als eindeutige Instanz. Dann ist man erwachsen und findet sich plötzlich in einer Welt voller Widersprüche wieder, wo Recht und Gerechtigkeit zwei unterschiedliche Dinge sind. Als Mitglieder einer Generation von jungen Schriftstellern widmen sich Jörg Albrecht und Gerhild Steinbuch einer ambivalenten Figur, die als "Superheld" in die Geschichte und Köpfe eingegangen ist: In der Performance You're not the same, batman! wird Batman als dialektischer Symbolcharakter unserer Gesellschaft ergründet.

Der Deutsche Jörg Albrecht verfasst - ganz im Sinne eines "digital native" - seine Texte nicht nur auf dem Blatt, sondern integriert sie in multimediale Literaturperformances. In Vorträgen, Hörspielen und Videos entfaltet seine Prosa so eine temporeiche, musikähnliche Wirkung. Die einst - nicht nur in der steirischen Heimat - als Theaterwunderkind gefeierte Gerhild Steinbuch studierte Dramaturgie an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin und werkte als Hausautorin in der Spielzeit 2008/2009 am Schauspielhaus Wien.

Beide haben jeweils eine Einladung zum Bachmannpreis gemeinsam und traten bereits beim Steirischen Herbst 2012 für den Diavortrag Friendship Is und 2013 bei einer Live-Powerpoint-Präsentation hinsichtlich Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab zusammen auf.

Bei ihrer diesjährigen Zusammenarbeit werden sie in einer Text-Performance dem Mythos Batman auf den Grund gehen. In einer Art Sprachkonzert nehmen sie Batmans Ambivalenz zwischen Gut und Böse als Anreiz, um aktuelle gesellschaftliche Widersprüche zu erforschen. (Lina Paulitsch, Spezial, DER STANDARD, 03.10.2014)

Heimatsaal des Volkskundemuseums, 17.1 0., 22.30


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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