"SAT-over-IP", oder: Wie man Satelliten-TV auf das Tablet schickt

6. Oktober 2014, 11:42
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Neuer Standard ermöglicht Verteilung des Signals im eigenen Heimnetzwerk

Wer zu Hause Satellitenfernsehen sehen möchte, benötigt neben Zugriff auf das Signal einer entsprechenden Schüssel empfangsfähige Endgeräte – Receiver oder TV-Geräte mit integriertem Tuner. Mehr Aufwand und Kabelsalat benötigt meist die Einbindung zusätzlicher Geräte. Wer auf mobilen Geräten "zappen" will, steht vor wesentlich komplizierteren Lösungen.

Der "SAT-over-IP"-Standard (auch "SAT>IP" oder "Sat-IP") soll es nun vereinfachen, das Signal der sprichwörtlichen "Schüssel" in digital verträglicher Form in den eigenen vier Wänden zu verteilen. Erste Fernseher unterstützen ihn bereits, weitere Geräte sollen nun auch den Empfang mit Tablets, Smartphones und Notebooks ermöglichen.

Von der Satellitenschüssel...

Eine Lösung kommt etwa von Devolo. Dort bietet man einen als Server fungierenden Multituner an, der das Signal vom LNB sowohl in klassischer Form als auch nach "SAT-over-IP"-Datenstrom weitergibt.

Über letzteren kann dann das Ziehen weiterer Kabel und Einrichten von Antennendosen entfallen, sofern die Steckdosen auch mit den hauseigenen DLAN-Adaptern des Herstellers ausgerüstet sind. Diese empfangen das ins Stromnetz eingespeiste Signal und gegen es über einen normalen RJ45-Netzwerkanschluss aus.

...per WLAN auf das Tablet

Fernseher, die den Standard nicht beherrschen, können mit einem eigenen Receiver nachgerüstet werden. Schleust man das Signal mittels Router in das eigene WLAN weiter, können mobile Endgeräte sowie PCs mit Hilfe entsprechender Apps ebenfalls fernsehen.

Andere Hersteller, etwa Telestar bieten reine DVB-S/S2-Umwandler, die das eingehende Sat-Signal konvertieren und über Netzwerkports weiterschleusen. Auch hier kann dieses mittels Router auch kabellos weitergegeben werden. Telestar beziffert die benötigte Bandbreite pro Stream mit etwa 10 Mbit/s (SD) bzw. 30 Mbit/s (HD).

Was "Sat-over-IP" von einem herkömmlichen Stream unterscheidet, ist die Mitübertragung und Steuerungsmöglichkeiten von Zusatzdiensten wie HbbTV. Optional stehen auch Geräte mit CI/CI+-Einschub für den Empfang verschlüsselter Kanäle zur Verfügung.

Junger Standard

Das "Sat-over-IP"-Protokoll wurde von einem Unternehmenskonsortium, darunter der Satellitenbetreiber SES, entwickelt und ist seit März 2014 als europäische Norm ratifiziert. Internationale Standardisierung wird angestrebt. (gpi, derStandard.at, 06.10.2014)

Links

Devolo

Telestar

SES

Sat-over-IP (Wikipedia)

  • Sat-over-IP soll Kabelsalat bei der Verteilung von Satellitenfernsehen in der eigenen Wohnung überflüssig machen.
    foto: crysco photography / cc by 2.0 flic.kr/p/fhz3m8

    Sat-over-IP soll Kabelsalat bei der Verteilung von Satellitenfernsehen in der eigenen Wohnung überflüssig machen.

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